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Wohl der Schweine für Profit geopfert

Vollspaltenboden-Schweinehaltung unter dem EU-Minimalstandard in Österreich führt auch zu Bauernsterben.

"Die politische Vertretung der Landwirtschaft, von Ministerin Elisabeth Köstinger über Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger bis hin zu Bauernbundobmann Georg Strasser, versagt total. Die ÖVP-Riege spricht nur für die Tierindustrie. Das Tierwohl und die Kleinbauernschaft ist ihnen egal. So bestehen sie auf den miesesten Haltungsbedingungen für die Schweine, obwohl die in Österreich unter dem EU-Mindeststandard liegen, und fördern das Bauernsterben", kritisiert der Verein gegen Tierfabriken die ÖVP-Landwirtschaftspolitik.

Landwirtschaftspolitik führt zu Bauernsterben

Die Tierschutz-Aktivist*innen argumentiert ihre Kritik so: Von 1995 bis 2020 haben laut Statistik Austria 82 % der Schweinebetriebe zugesperrt. Allein im Jahr 2020 waren es am Jahresende um 52 Betriebe weniger als zu Jahresanfang. "Bauernbundobmann Strasser sieht wenigstens die Notwendigkeit für ein Ende des Vollspaltenbodens, will den aber nur durch eine Erhöhung der Standards für das AMA-Gütesiegel umsetzen. Doch die Wahrheit ist: Nur ein gesetzlich verpflichtender Umstieg auf eine bessere Schweinehaltung ohne Vollspaltenboden und mit Stroheinstreu kann als Alternative zur ausländischen großindustriellen Konkurrenz das Bauernsterben beenden und den Schweinen helfen", teilt der VGT in einer Aussendung diesbezüglich mit.

Fette Subventionen und Profite

"Das ist ein Totalversagen der ÖVP-Landwirtschaftspolitik auf der ganzen Linie", kommentiert Martin Balluch, seines Zeichens VGT-Obmann. "Bauernsterben und Tiersterben – 80 Schweine sterben an den Haltungsbedingungen auf Vollspaltenboden pro Stunde in Österreich! – nimmt man locker in Kauf. Hauptsache, die Großindustrie kann fett mit Subventionen gefüttert ihre Profite einstreifen. Diese Leute sind eine Fehlbesetzung. Köstinger ist ein reiner ÖVP-Apparatschik, der die Partei-Ideologie über alles stellt. Sie ist als Landwirtschaftsministerin untragbar. Statt diesen Betonköpfen brauchen wir innovative Kräfte, die in der Lage sind, das Tierleid zu sehen und in die Zukunft zu schauen. Die Apparatschik-Politik hat uns in die Sackgasse der Tierfabriken und der Klimakatastrophe geführt."

Ausstieg aus Käfig-Ei-Verkauf ist Erfolgsgeschichte

Und Balluch weiter: "Es gibt in Österreich nur ein einziges Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Haltungsstandard für Nutztiere deutlich über das EU-Minimum angehoben wird: das Verbot der Legebatterien. Was war die Konsequenz? Der Ausstieg der Supermärkte aus dem Käfigeiverkauf, ein deutlicher Anstieg der Eiproduktion in Österreich und ein Rückgang des Imports von Käfigeiern von 30 auf 12 %. Eine Erfolgsgeschichte auf ganzer Ebene, auch dank VGT, der Firma um Firma zum Umstieg auf österreichische Boden- und Freilandeier motivieren konnte. Die Landwirtschaftskammern damals haben nur quergeschossen und wären froh gewesen, wenn das Projekt daneben gegangen wäre. So war es aber erfolgreich. Was gibt es also für einen Grund, anzunehmen, dass das beim Verbot des Vollspaltenbodens anders wäre? Keinen. Na dann."

Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 11. Juli 2021, hier in voller Länge sehen.

Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 18. Juli 2021, 18:30 Uhr.



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