Christian Wulff, Bundespräsident Deutschlands

Nach Rücktritt

3 Jahre 
Haft für Christian 
Wulff?

Krimi um Präsidenten: Merkels zweiter Präsidenten-Flop - Nachfolger gesucht.

In Deutschland nennen sie ihn bereits „Präsidentenkiller“: Clemens Eimterbäumer (41), Staatsanwalt aus Hannover. Er begann schon Samstagvormittag mit den Ermittlungen gegen Ex-Präsident Christian Wulff (52). Seine politische Immunität hatte der Politiker mit seinem Rücktritt verloren. Im Verfahren geht es um den „Anfangsverdacht der Vorteilsnahme“. Strafe: drei Jahre Haft.

Die Vorwürfe:
Wulff und seine Frau Bettina (38) hatten sich 2007 und 2008 vom Filmproduzenten David Groenewold zu Privatreisen einladen lassen. 2007 in ein Luxushotel auf die Insel Sylt – für 800 Euro. 2008 zum Oktoberfest nach München.

Wulff war damals noch CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen. Im Gegenzug soll er seinem Freund und Filmmanager eine Bürgschaftszusage über vier Millionen ermöglicht haben. Wulff hat später die Reisen selbst bezahlt. In bar. Behaupten seine Anwälte.

Diashow: So verkündete Wulff seinen Rücktritt

So verkündete Wulff seinen Rücktritt

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    Für Wulff sind die Ermittlungen ein Desaster. Zwar wird er 199.000 Euro Ehrenpension erhalten (siehe Kasten). Beruflich steht der Jurist aber vor dem Nichts.
    Schwer getroffen auch Bettina Wulff, Ex-First-Lady (zwei Söhne, 3 und 6). Vor ihrem Umzug in Schloss Bellevue arbeitete die große Blonde (1,85 m, tätowiert) als PR-Assistentin einer Drogerie. Sie genoss die Auftritte. Nun chauffiert sie ihren Mann mit ihrem Skoda.

    Krisentreffen
    Unter Druck auch Kanzlerin Merkel: Bis 18. März muss der neue Präsident im Amt sein. Aber es hagelt Absagen. Hektische Verhandlungen hinter den Kulissen. Heute Abend soll es ein Krisentreffen im Kanzleramt mit allen Parteichefs geben. Die Opposition drängt auf einen überparteilichen Kandidaten.

    Wulffs Rücktrittserklärung im Wortlaut >>>

    199.000 € bis Lebensende?

    597 Tage war Wulff im Amt – dafür soll er jetzt eine Pension kassieren – er ist erst 52 …

    199.000 Euro pro Jahr soll der Ex-Präsident als sogenannten „Ehrensold“ erhalten.

    Dazu kommen noch eine private Sekretärin, ein Büro und eine Dienstlimousine samt Chauffeur. Der „Ehrensold“ wird unabhängig vom Alter des Präsidenten ein Leben lang gezahlt, steht laut Gesetz auch einem Präsidenten zu, der vor Ablauf seiner Amtszeit ausscheidet.

    Ab seinem 60. Lebensjahr wird Wulff noch 5.300 Euro pro Monat Pension für seine Zeit als Ministerpräsident kassieren.

    Merkels zweiter Präsidenten-Flop

    Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist Wulffs Rücktritt ein weiterer persönlicher Tiefschlag: Er war ihre Wahl. Sie boxte ihn ins Amt. Mit Wulff scheidet bereits der zweite Merkel-Favorit vorzeitig als Präsident aus. Im Mai 2010 hat Horst Köhler hingeworfen – keine Lust mehr. Damals lehnte Merkel das Angebot eines gemeinsamen Kandidaten mit der SPD ab. Die SPD hatte Ex-DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck vorgeschlagen. Erstaunlich: Nach dem Wulff-Rücktritt stiegen Merkels Umfragewerte.

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