Schon mehr als 50 Tote

Ägyptens Militär warnt vor einem Kollaps des Staates

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Politische, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen echte Bedrohung

Das ägyptische Militär hat wegen der anhaltenden Krise und der Krawalle vor einen Zusammenbruch des Staates gewarnt. Die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen seien eine echte Bedrohung für die Sicherheit und den Zusammenhalt des Staates, teilte der Verteidigungsminister und Armeechef, General Abdel Fattah al-Sisi, am Dienstag auf der offiziellen Facebook-Seite des Militärsprechers mit.

Die Proteste gegen Präsident Mohammed Mursi und die ihn unterstützende Muslimbruderschaft reißen nicht ab. Die jüngsten Krawalle waren am Donnerstag vergangener Woche ausgebrochen, am Vorabend des zweiten Jahrestages der Revolution. Seither kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mehr als 50 Menschen ums Leben. In den Städten Suez, Port Said und Ismailia am Suez-Kanal sowie in Kairo und Alexandria missachteten viele Tausende Menschen die von Mursi verhängte Ausgangssperre und setzten ihre Proteste in der Nacht zu Dienstag fort.

Al-Sisi sagte, die Stationierung von Soldaten in den Suez-Städten diene dem Schutz des Kanals, der das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet und einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt ist. "Der anhaltende Streit zwischen den verschiedenen politischen Kräften über den Umgang mit der Krise könnte zu einem Zusammenbruch des Staates führen", mahnte Al-Sisi.

In der Nacht zu Dienstag wurden bei Krawallen in Port Said mindestens zwei Menschen getötet. "Nieder, nieder mit Mohamed Mursi", skandierte die Menge in Ismailia. "Nieder mit dem Ausnahmezustand!" In der Hauptstadt Kairo zündeten Demonstranten Autos an. Anders als in den vergangenen Tagen blieb es jedoch am Dienstagmorgen zunächst ruhig.

Die Opposition wirft Mursi und den Islamisten vor, die Revolution verraten zu haben, in deren Zuge der jahrzehntelang regierende Präsident Hosni Mubarak gestürzt wurde.

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