Axt-Attentäter Würzburg

Er wurde nicht kontrolliert

Asylakte des Axt-Attentäters in Ungarn aufgetaucht

Artikel teilen

Haben die deutschen Behörden im Fall des Amokläufers versagt?

Er verletzte fünf Menschen bei einem Amoklauf in einem Zug schwer, eine Person schwebt noch immer in Lebensgefahr: Jetzt ist die Asylakte des Axt-Attentäters von Würzburg aufgetaucht. Wie die „Bild“ Zeitung berichtet, hatte Riaz Khan Ahmadzai  bereits in Ungarn Asyl beantragt.

Die ungarischen Behörden hatten den Jugendlichen im Juni 2015 registriert und seine Fingerabdrücke genommen, bevor er in das Kinderheim in der ungarischen Stadt Fót kam. Seine Fingerabdrücke wurden ordnungsgemäß in die europäische Fingerabdruck-Datei (EURODAC) gegeben.

Attentäter konnte ungeprüft nach Deutschland einreisen

Der vermeintliche Afghane, der Kontakt zur Terrormiliz ISIS gehabt haben soll, war dann 5 Tage später am 30. Juni 2015 über Passau nach Deutschland eingereist. Die Fingerabdrücke des damals 16-Jährigen wurden jedoch nie von deutschen Behörden überprüft. Der junge Mann wurde ebenfalls nicht von der Polizei und dem Flüchtlingsbundesamt (BAMF) in Deutschland vernommen.

Die Frage ist, ob das Attentat hätte verhindert werden können, wenn die deutschen Behörden anders gehandelt hätten. Ministerial-Beamter der ungarischen Regierung zu Bild: „Wir haben alles nach Vorschrift erledigt, den Flüchtling in Obhut gegeben. Die Deutschen haben ihn einfach ungeprüft einreisen lassen.“

Herkunft noch immer ungeklärt

Ebenfalls ungeklärt ist, warum der junge Attentäter pakistanische Ausweise hatte. Unter Berufung auf Sicherheitskreise hatten Medien berichtet, dass es Zweifel an der Herkunft des 17-jährigen Flüchtlings gebe. Man habe zum Beispiel ein pakistanisches Dokument in seinem Zimmer gefunden. Demnach könnte sich der junge Mann als Afghane ausgegeben haben, um in Deutschland leichter Asyl zu bekommen.

Die Akte des Attentäters wurden im Juli 2015 in Ungarn geschlossen, da der Jugendliche nicht mehr aufzufinden war.

Ungarn stand immer wieder in der Kritik, dem Land wurde vorgeworfen für das Flüchtlingschaos 2015 auf dem Balkan verantwortlich zu sein. Hier zeigt sich jedoch ein anderes Bild.

Video zum Thema: Axt-Amoklauf in Zug: Mehrere Schwerverletzte
Dein oe24 E-Paper
Jetzt NEU auf oe24.at: Mit einem Click zum kompletten E-Paper ▲
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten
OE24 Logo