Bankangestellter: Selbstmord an der Akropolis

"Komme bald zurück"

Bankangestellter: Selbstmord an der Akropolis

45-Jähriger Grieche sagte seinen Kollegen, er komme bald zurück.

Ein Angestellter der kriselnden griechischen ATE-Bank hat sich mit einem Sprung von der Akropolis selbst getötet. Der 45-Jährige sei am Donnerstag im Krankenhaus in Athen seinen schweren Verletzungen erlegen, die er sich am Morgen bei dem Sturz zugezogen hatte, teilte die Polizei mit. Nach Angaben aus Polizeikreisen hatte der Mann seinen Kollegen zum Abschied gesagt, er komme bald zurück.

Nach Polizeiangaben ereignete sich der Vorfall gegen 09.30 Uhr Ortszeit. Zu der Zeit sind für gewöhnlich bereits zahlreiche Besucher an der Akropolis, einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Ein Wachmann an der Akropolis berichtete, der Mann sei von dem Hügel gesprungen, auf dem sich die antike Stätte befindet, und hundert Meter tiefer auf dem Dionysostheater gelandet. Offenbar sei er geistig verwirrt gewesen.

Der Bankangestellte habe seinen Kollegen gesagt, er gehe nur kurz vor die Tür und komme bald wieder, verlautete aus Polizeikreisen. Die Polizei fand bei dem Mann lediglich eine Notiz mit seinem Namen.


Die vor allem im Agrarbereich tätige ATE-Bank war durch zwei Stresstests gefallen und soll umstrukturiert werden. Im Zuge von Privatisierungsmaßnahmen, die Teil des mit den internationalen Gläubigern ausgehandelten Sparprogramms sind, will der griechische Staat 25 Prozent seines insgesamt 76 Prozent umfassenden Anteils an der Bank veräußern.

Im Zuge der schweren Finanzkrise in Griechenland ist die Zahl der Selbstmorde in dem südeuropäischen Land gestiegen. Nachdem sich ein verschuldeter Pensionist Anfang April mitten in Athen erschossen hatte, war es tagelang zu Protesten und auch schweren Ausschreitungen gekommen. Mehr als eine Million Griechen ist arbeitslos, anderen machen Lohnkürzungen und Steuererhöhungen zu schaffen.

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