Barcelona erlebt seinen letzten Stierkampf

Verbot eingesetzt

Barcelona erlebt seinen letzten Stierkampf

Für Anhänger der tödlichen Stierhatz "ein Tag voller Traurigkeit".

Mit unterschiedlichen Gefühlen haben Anhänger und Gegner tödlicher Stierkämpfe am Sonntag der letzten Corrida im nordostspanischen Barcelona entgegengesehen. "Der Sonntag wird ein Tag voller Traurigkeit", sagte Rafael Luna, konservativer Abgeordneter im Parlament der Region Katalonien, das im Juli 2010 ein Verbot der Stierkämpfe beschlossen hatte. Tierschützerin Helena Escoda sagte hingegen, mit dem letzten Kampf am Abend in Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens, sei "eine Schlacht, aber nicht der Krieg gewonnen", weil anderswo in Spanien weiter Corridas stattfänden.

Tausende Zuschauer
In der Arena Monumental in Barcelona wurden zu dem historischen Ereignis am Abend rund 18.000 Zuschauer erwartet. Der berühmte Torero Jose Tomas, der den Ort ganz besonders schätzt, sollte als Höhepunkt des Spektakels auftreten. Außerdem wollten der junge Katalane Serafin Marin und der Matador Juan Mora ihr Können unter Beweis stellen. Ihnen sollten insgesamt sechs Stiere aus einer Zucht in der Stadt Salamanca im Landesinnern gegenüber stehen.

Katalonien ist die erste Region auf dem spanischen Festland, die mit der jahrhundertealte Tradition der Stierkämpfe bricht. Das Verbot tritt formal erst im Jänner 2012 in Kraft, faktisch jedoch bereits mit der letzten Corrida der Saison am Sonntagabend. Der Stierkampf ist mit rund 40.000 Arbeitsplätzen und Milliardengewinnen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Spanien. Die Befürworter der Corridas betonen zudem die kulturelle Tradition der Kämpfe.



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