Der von US-Spezialeinheiten in Venezuela gefangen genommene Präsident Nicolas Maduro ist am Montag zur Anklageverlesung in einem New Yorker Gericht eingetroffen.
Der 63-Jährige war in der Früh (Ortszeit) unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen per Hubschrauber aus dem Bundesgefängnis in Brooklyn zum Gerichtsgebäude in Manhattan geflogen worden. Ein Termin war für 12.00 Uhr (18.00 Uhr MEZ) angesetzt. Die US-Justiz wirft ihm vor, ein Kokain-Handelsnetzwerk geleitet zu haben.
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Maduros Drogennetzwerk soll mit gewalttätigen Gruppen wie den mexikanischen Kartellen Sinaloa und Zetas sowie den kolumbianischen FARC-Rebellen und der venezolanischen Gruppe Tren de Aragua zusammengearbeitet haben. Maduro weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet sie als Vorwand für die USA, sich die Ölreserven des Landes anzueignen.
Richter-Legende
Wie US-Medien übereinstimmend berichten, wird Bundesrichter Alvin Hellerstein im Fall von Maduro urteilen. Der 92-Jährige wurde 1998 vom damaligen Präsidenten Bill Clinton zum Bundesrichter ernannt und gilt als echte Richter-Legende.
Immer wieder landeten politisch heikle Fälle auf seinem Tisch, so etwa auch Trumps Prozess wegen Schweigegeldzahlungen an Pornostar „Stormy Daniels“. Trump hatte damals versucht, den Fall an ein Bundesgericht zu verlegen, Hellerstein blieb aber hart.
Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Demonstranten gegen das militärische Vorgehen der USA. "Hands off Venezuela" (Hände weg von Venezuela") war auf Schildern zu lesen, die in die Höhe gehalten wurden.
Rodríguez bietet US-Regierung Kooperation an
In Caracas bot Maduros geschäftsführende Nachfolgerin, Delcy Rodríguez, der US-Regierung überraschend eine Zusammenarbeit an. "Wir laden die US-Regierung ein, gemeinsam an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten", erklärte die bisherige Vizepräsidentin, die zum engsten Machtzirkel um Maduro gehört.
Zuvor hatte sie seine Gefangennahme als Entführung und kolonialen Öl-Raubzug verurteilt. Für die venezolanische Opposition war es ein Dämpfer, dass US-Präsident Donald Trump ihre Anführerin Maria Corina Machado als zu schwach abtat und damit Hoffnungen auf eine von Washington gestützte Machtübernahme zunichtemachte.
Trump: "Wir haben das Sagen"
Trump drohte zugleich mit einem weiteren Militäreinsatz, sollte die Regierung in Caracas nicht kooperieren. Der Republikaner sagte vor Journalisten, er könne einen weiteren Militäreinsatz anordnen, wenn Venezuela nicht bei den US-Bemühungen kooperiere. Auf seinem Rückflug von Florida nach Washington sagte Trump an Bord der Air Force One mit Blick auf die Ölressourcen: "Wir holen uns zurück, was sie gestohlen haben." Er fügte hinzu: "Wir haben das Sagen."
Damit spielte Trump auf die vor Jahrzehnten erfolgte Verstaatlichung von US-Öl-Beteiligungen an. Trump drohte zudem Kolumbien sowie Mexiko und erklärte, die kommunistische Regierung Kubas stehe vor dem Zusammenbruch.