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Doch keine Bilder von Stalin und Putin in neuer Moskauer Kathedrale

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Patriarch verbietet Stalin-Fresko, Putin verzichtet auf ''Personenkult''.

Moskau. In der monumentalen "Kirche des Sieges" in der Nähe von Moskau wird es nun doch kein Stalin-Bild geben. Das geht aus einem Dankschreiben von Erzbischof Jean (Renneteau), dem Oberhaupt der Erzeparchie der Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa, an Patriarch Kyrill I. hervor. So habe Kyrill die Darstellung Stalins unter den Soldaten auf dem Fresko verboten, berichtet Kathpress am Dienstag.
 
Die "mutige Entscheidung" des Patriarchen erlaube es der Erzeparchie nun, "jenen klar zu antworten, die uns vorwerfen, dass wir uns dem Patriarchat von Moskau unterworfen haben", zitiert Kathpress den Erzbischof im Pro Oriente-Informationsdienst.
 
Der Streit um das Stalin-Bild und um ein Bild von Präsident Wladimir Putin in der Armeekathedrale hatte zuvor bereits internationale Diskussionen ausgelöst. Auf dem umstrittenen Mosaik sollte die sowjetische Siegesparade in Moskau vom 9. Mai 1945 abgebildet werden; mit Bildern sowjetischer Heerführer und u.a. auch eines von Stalin. Die Abbildung Putins zusammen mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu wurde laut Kirchenangaben auf Wunsch Putins entfernt, der keinen "Personenkult" wie in sowjetischer Zeit wünsche.
 
Die Kathedrale in einem militärischen Themenpark sollte ursprünglich im Rahmen der Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag des Sieges über NS-Deutschland (9. Mai) geweiht werden. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Weihe verschoben.
 
Die "Kirche des Sieges" ist Russlands drittgrößte Kathedrale. Mit einer fast 100 Meter hohen goldenen Hauptkuppel soll sie nach offiziellen Angaben rund 6.000 Menschen Platz bieten. Zu der Kathedrale wurde eine "Straße der Erinnerung" angelegt, die 1.418 Meter lang ist; so viele Tage dauerte von 1941 bis 1945 der "Große Vaterländische Krieg" der Sowjetunion gegen Deutschland. Auf diesem Weg sollen Besucher an multimedialen Monitoren die Namen und Fotos aller 33 Millionen sowjetischen Soldaten abrufen können, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben.
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