Muammar al-Gaddafi

Verblüffung in Spanien

Ex-Premier Aznar nennt Gaddafi "Freund"

Auch am Einsatz der NATO übte er Kritik.

Der frühere spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar hat mit positiven Äußerungen über den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi in Madrid Verblüffung ausgelöst. Der konservative Politiker hatte nach Medienberichten vom Sonntag in New York vor Studenten gesagt: "Gaddafi ist ein extravaganter Freund, aber er ist ein Freund."

Kritik an NATO-Einsatz
Aznar kritisierte zudem die Luftangriffe der NATO auf Ziele in Libyen. Gaddafi habe in den vergangenen acht Jahren den Kampf des Westens gegen den Terror unterstützt. Die USA und andere westliche Staaten unterstützten die Rebellen in Libyen, obwohl sie nicht wüssten, wer sich dahinter verberge.

Retourkutsche von Zapatero
Aznars Nachfolger Jose Luis Rodríguez Zapatero hielt seinem Vorgänger vor: "Ein Ex-Regierungschef darf nicht die Entscheidungen des Parlaments infrage stellen. Ansonsten ist mir egal, wer Aznars Freund ist." Aznar hatte bei einem Libyenbesuch vor acht Jahren von Gaddafi ein Rassepferd geschenkt bekommen.

Die konservative Volkspartei (PP) hüllte sich zu den Äußerungen ihres früheren Parteichefs in Schweigen. Sie hatte die Beteiligung Spaniens an der militärischen Intervention in Libyen im Parlament gebilligt.



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