„Raus hier“

Experte: Sturz Maduros ist erst der Anfang

Trumps Venezuela-Krieg könnte die ganze Welt verändern. 

Bei einem großangelegten Militäreinsatz in Venezuela haben die USA den langjährigen Staatschef Nicolás Maduro entmachtet und nach Angaben von US-Präsident Donald Trump vorerst die Führung des Landes übernommen. US-Kampfflugzeuge griffen in der Nacht auf Samstag Ziele in Venezuela an, Elitesoldaten nahmen Maduro und dessen Frau fest und brachten beide außer Landes.

„Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können“, sagte Trump am Samstag bei einer Pressekonferenz in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida. Der im Dezember mit dem Friedensnobelpreis geehrten venezolanischen Oppositionsführerin sprach er die Fähigkeit zur Führung ihres Landes ab: Sie habe nicht „die Unterstützung oder den Respekt“ für diese Aufgabe, sagte Trump.

Maduro
© Truth Social

Für Sicherheitsexperten Peter Neumann macht Trump mit dem Angriff in Venezuela klar, dass ganz Amerika im Einflussbereich der USA liegt. „Dass das unsere Einflusssphäre ist, wo wir bestimmen, wer wo an der Macht ist. Und wir exerzieren das jetzt vor im Falle Venezuela“, so der Experte im Podcast Ronzheimer. Damit greift Trump die sogenannte Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert auf. Diese besagt, dass die USA die Herrschaft über die sogenannte westliche Hemisphäre beanspruchen.

"Das ist unser Hinterhof"

Trump macht auch klar, dass er willens ist, das Militär in weiteren Ländern einzusetzen. Möglich seien ähnliche Operationen etwa auf Kuba. „Kein amerikanischer Präsident war in der Lage, dort einen Regimewechsel zustande zu bringen. Und ich glaube, dass Donald Trump nach dem Erfolg in Venezuela sich denkt: ‚Vielleicht bin ich der Präsident, der dieses kommunistische Regime in Kuba ebenfalls beendet‘“, so Neumann.

Für US-Experten Josef Braml richtet sich der Einsatz auch an andere Großmächte. „Es geht darum, Russland und vor allem China deutlich zu machen: Das ist unser Hinterhof, raus hier!“, so der Experte zu FOCUS.

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