Nach dem Flug um den Mond kehrt die Artemis-II-Crew heim. Der gefährlichste Teil steht Reid Wiseman und seinem Astronauten-Team noch bevor: Der glühende Wiedereintritt in die Erdatmosphäre der Erde.
Die Orion-Raumkapsel hatte sich über 400.000 Kilometer weit von der Erde entfernt und steuert nun auf das kritische Finale zu. Die Landung im Pazifik ist für Samstag um 2:07 Uhr nachts (MESZ) geplant. Bereits rund 40 Minuten vorher wird das europäische Servicemodul ESM abgesprengt, das der Orion Antrieb, Strom und Treibstoff lieferte. Danach bringt ein gezieltes Bremsmanöver im All die Kapsel mit den vier Astronauten auf direkten Kollisionskurs mit der Erdatmosphäre.
Nasa-Livestream der Artemis-Mission:
Beim eigentlichen Wiedereintritt am Samstag gegen 1:50 Uhr wird die Orion bei einer Geschwindigkeit von rund 40.000 Kilometern pro Stunde zum glühenden Objekt. Die enorme Luftreibung erzeugt dabei Temperaturen von rund 2.700 Grad. Der Schutz der vier Astronauten hängt in dieser Phase an einer gerade mal 4 bis 7,6 Zentimeter dünnen Schicht. Während die Nasa auf das fünf Meter breite Hitzeschild vertraut, äußern manche Experten im Vorfeld durchaus Zweifel an der Belastbarkeit der Konstruktion.
Spezielles Manöver im Pazifik
Die Nasa nutzt für den Abstieg das sogenannte "Skip Entry"-Verfahren, bei dem die Kapsel wie ein Stein, den man über ein Wasser hüpfen lässt, kurz wieder aus der Atmosphäre nach oben getragen wird. Dies schont die Technik und die Crew. In rund 10 Kilometern Höhe öffnen sich schließlich die Fallschirme, um die Raumkapsel von ihrer extremen Geschwindigkeit auf etwa 30 km/h abzubremsen. Die Wasserung erfolgt vor San Diego, wo Spezialkräfte der US Navy bereits warten, um die Crew nach der historischen Mission sicher zu bergen.