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Firma sagt Syrer wegen Anschlägen Praktikum ab

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Der 18-Jährige hatte schon einen Praktikumsplatz, doch das Unternehmen änderte die Meinung.

Ein 18-jähriger Flüchtling aus Syrien rechnete schon fix damit, bei einem Nürnberger Logistik-Unternehmen ein Praktikum machen zu können. Doch kurz nach dem Anschlag von Ansbach änderte die Firma plötzlich ihre Meinung. "Aufgrund der schlimmen Anschläge in Deutschland" müsse man das Praktikum des Syrers absagen. Der Nürnberger Oberbürgermeister zeigte sich entsetzt über diese Reaktion.

Praktikumstermin fixiert

Vor elf Monaten war der junge Mann aus Syrien nach Deutschland gekommen. Um die Zeit im Sommer sinnvoll zu nutzen, hatte er sich bei einem Nürnberger Logistik-Unternehmen für ein Praktikum beworben. Damit wollte er seine Chancen auf ein Studium in Deutschland erhöhen, berichtet der "Focus".

Nach einem Vorstellungsgespräch habe die Chefin des Unternehmens ihm das Praktikum zugesagt. "Sogar einen Termin für den Arbeitsbeginn haben wir ausgemacht", berichtete der Flüchtling gegenüber dem Internetportal "nordbayern.de". Drei Wochen sollte das Praktikum dauern, davon zwei Wochen im Lager und eine Woche im Büro.

Zusage zurückgezogen

Doch plötzlich zog das Unternehmen die Zusage zum Praktikum wieder zurück. "Leider können wir Ihnen keine Praktikantenstelle mehr anbieten", soll die Firma am 3. August per Mail geschrieben haben. "Nach langen Überlegungen in unserem Team haben wir uns aufgrund der schlimmen Anschläge in Deutschland entschlossen, die Stelle durch einen anderen Bewerber zu ersetzen", zitiert "nordbayern.de" das Schreiben.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly sprach gegenüber dem "Focus" über den Vorfall: "Diese Begründung ist ein sehr bedenklicher Ansatz." Gerade in einer Zeit, in der alle Welt davor warne, die Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht zu stellen, sei dies das falsche Zeichen. "Ich halte das für sehr befremdlich."

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