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Geheimdienstreform bringt Stasi-Willkür

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Das neue Gesetz gibt dem Inlandsgeheimdienst FSB mehr Vollmachten. Kritiker befürchten die Rückkehr zum autoritären Überwachungsstaat.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB kann mit einem neuen Gesetz künftig bei bloßem Verdacht auch ohne Beweise wieder direkt gegen Bürger vorgehen. Die Staatsduma in Moskau verabschiedete dazu am Freitag ein entsprechendes Dekret. Juristen, Bürgerrechtler und die russische Opposition sehen darin die Rückkehr des sowjetischen Überwachungsstaates mit KGB-Methoden. Das vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew initiierte Gesetz wurde mit 354 Stimmen vor allem der Regierungspartei Geeintes Russland angenommen.

"Bei auffälligem Verhalten"
Demnach kann der FSB Bürger allein bei auffälligem Verhalten oder einem Verdacht zu einem "vorbeugenden Gespräch" vorladen. Damit soll eine mögliche spätere Straftat "gegen die Sicherheit des Landes" verhindert werden. Nach offizieller Lesart soll das Dekret vor allem der Bekämpfung extremistischer Tendenzen und dem Anti-Terror-Kampf dienen.

Revival von KGB-Methoden
Kritiker sehen in dem Gesetz aber vor allem ein neues Mittel zur Einschüchterung Andersdenkender in Russland. Sie verweisen darauf, dass in einem Land mit der auch von Medwedew oft kritisierten Justiz-Willkür ein solches Instrument ohne Kontrolle in den Händen des sowjetisch geprägten Geheimdienstes eine "Gefahr für die Gesellschaft" sei. Der sowjetische Geheimdienst hatte dafür gesorgt, dass Dissidenten massenhaft auch ohne Prozess in Lager gesperrt wurden.

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