Xiomara Castro

Nach Unruhen vor vier Jahren

Honduras wählt neuen Präsidenten

Die Linke Kandidatin Xiomara Castro könnte die erste weibliche Staatschefin werden. 

Vier Jahre nach einer umstrittenen Wahl wird in Honduras am Sonntag über einen neuen Staatspräsidenten abgestimmt. Amtsinhaber Juan Orlando Hernández durfte nach zwei jeweils vier Jahre langen Amtszeiten in Folge nicht erneut kandidieren. Seine konservative Partei Partido Nacional schickt den Bürgermeister der Hauptstadt Tegucigalpa, Nasry Asfura, ins Rennen.

Die linke Kandidatin Xiomara Castro von der Partei Libre hat Umfragen zufolge gute Chancen, die erste weibliche Staatschefin des mittelamerikanischen Landes zu werden. Sie ist die Ehefrau von Ex-Präsident Manuel Zelaya, der 2009 aus dem Amt geputscht wurde.

Nach der knappen Wiederwahl von Hernández im Jahr 2017 hatte die Opposition der Regierung Wahlfälschung vorgeworfen. Auch internationale Beobachter stellten Unregelmäßigkeiten fest. Es kam zu Protesten mit mehr als 20 Toten.

Honduras leidet unter Armut und Bandengewalt. In den vergangenen Jahren kam es zu einer massiven Auswanderungswelle in Richtung USA. Hernández werden Korruption und Verbindungen zu Drogenschmugglern vorgeworfen. Sein Bruder wurde vor wenigen Monaten in den USA wegen großangelegten Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilt.

Vor der diesjährigen Wahl kam es in Honduras bereits zu Gewalt, mehrere Politiker wurden getötet. Parallel zur Präsidentenwahl wird auch über ein neues Parlament und Lokalverwaltungen abgestimmt. 



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