US-Präsident Donald Trump hat offenbar dem mit den USA verbündeten Oman mit einem Angriff gedroht, sollte das Sultanat sich bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus auf die Seite des Iran stellen.
Oman müsse sich "benehmen", sagte Trump am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Andernfalls müssten die USA "sie in die Luft jagen".
- Selenskyj kündigt weitere Angriffe in Russland an
- Trump noch nicht zufrieden mit Iran-Verhandlungen
- Enttäuschung für Trump: Bisher kein Cent im Gaza-"Friedensfonds"
Trump war zuvor gefragt worden, ob er eine kurzfristige Vereinbarung akzeptieren würde, wonach der Iran und der auf der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs gelegene Oman die strategisch wichtige Meerenge kontrollieren könnten. "Nein, die Meerenge wird für alle offen sein", sagte der US-Präsident. "Das sind internationale Gewässer, und Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen."
Weißes Haus ohne Korrektur oder Klarstellung
Das Weiße Haus antwortete zunächst nicht auf die Frage der Nachrichtenagentur AFP, ob Trump sich versprochen und eigentlich den Iran statt Oman gemeint habe. Das US-Außenministerium veröffentlichte später allerdings einen Ausschnitt und ein Transkript der Äußerungen Trumps zu Oman - ohne Korrektur oder Klarstellung.
Oman ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat versucht, im Iran-Krieg zu vermitteln. Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Seitdem ist auch die Straße von Hormus ein zentraler Streitpunkt. Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert.
Trump verwechselte bei derselben Kabinettssitzung offenbar auch den Iran mit Venezuela. So sagte er, Venezuela habe "keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr" - eine Formulierung, die Trump wiederholt mit Blick auf den Iran verwendet hatte.