Welt-Analyse

Irans Terror-Greis als Massenmörder

Ayatollah Ali Khamenei, 86, regiert seit mehr als drei Jahrzehnten mit blutiger Gewalt – greift Trump im Iran ein?

Bisher blieb der große Militärschlag Amerikas gegen den Iran aus. Das Szenario war fixiert, heißt es, die US-Jets und Bomber seien bereits in der Luft gewesen, doch Trump ließ die Angriffswelle im letzten Moment stoppen. Warum? Zwar trieb die jüngste und bisher blutigste Protestwelle Khameneis Regime an den Rand des Zerbrechens. Dutzende Millionen gingen auf die Straße – Frauen, die Mittelschicht, alle protestierten gegen die wirtschaftliche Verarmung, forderten ein Ende des Staates.

Doch Irans Regime ist nicht geschwächt genug. Auch warnten arabische Nachbarn des Iran – Saudi-Arabien, Oman und Katar – Trump vor einem Eingreifen. Die Ölstaaten befürchten eine massive Erschütterung des Ölmarkts, was ihrer eigenen und letztlich auch der US-Wirtschaft schaden würde.

Zehntausend Tote unter den Demonstranten

Blutbad. Tausende Demonstrierende sind in den vergangenen drei Monaten gezielt getötet worden, Beobachter sprechen gar von 12.000 Toten, mehr als 10.000 Menschen sind in Haft, ihnen droht die Todesstrafe. Der Internetzugang im gesamten Iran wurde abgeschaltet, es wird weiter gezielt getötet, doch gekippt ist die brutale Macht-Clique um den Ayatollah nicht. Danny Citrinowicz, Mitglied des Atlantic Council, und ehemaliger israelischer Nachrichtendienstoffizier, äußerte in einem Interview mit dem italienischen „Corriere della Sera“, dass „solange die Diktatur geschlossen auftritt, keine Überläufer zu verzeichnen sind und das Führungspersonal einheitlich handelt, sowie die Protestierenden keinen Anführer haben, das Regime diese Proteste überstehen könnte“.

Dem Mullah-Regime gelingt es so ein weiteres Mal nach 2009 und 2022, die Massen-Proteste zu überstehen.

Khamenei könnte wie Maduro entführt werden

Garant dafür ist Irans oberster Führer Ali Khamenei. Er steht für den Terror im Iran, ist nicht nur geistliches Oberhaupt, sondern konzentriert die gesamte politische Macht auf sich. Seit 1989 ist er im Amt, das Herrschaftssystem der schiitischen Mullahs hat er gefestigt. Er ist der Hardliner, der Mann, der die Mordbefehle gibt, Hinrichtungen anordnet.

Iran Proteste
© Getty

Seine Macht stützt der Greis von Teheran auf die paramilitärischen Revolutionsgarden, 300.000 bis 500.000 Mann stark, eine loyale Killertruppe, die dominierende Kraft im Iran.

Mit dem Niederschlagen der massiven Protestwellen hat Khamenei auch diesmal wieder Zeit gewonnen. Er selbst versteckt sich wohl in seinem Bunker nördlich von Teheran. Eine Entführung wie jene von Venezuelas Diktator Maduro soll unter allen Umständen vermieden werden.

Opposition fehlt eine starke Galionsfigur

Khamenei profitiert davon, dass es bis heute keine klare Führungsperson innerhalb der Oppositionsbewegung gibt. Millionen Perser leben in der Diaspora, doch eine einheitliche Gruppe gibt es nicht, es gibt eine Vielzahl von Strömungen.

Viele Experten glauben, dass demnächst eine schrittweise Entmachtung des 86-jährigen Khamenei durch andere Mitglieder des Regimes erfolgen könnte. Die „geistliche Führer“ könnte degradiert werden, das Militär schrittweise die Macht übernehmen. Letztlich könnte von der Islamischen Republik Iran nur noch der Name bleiben. Doch das wird dauern.

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