Kim Jong-un

Wegen UN-Sanktionen

Irrer Diktator droht Südkorea mit Krieg

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Die Regierung in Pjöngjang spricht von einer "Kriegserklärung".

Die nordkoreanische Führung hat Südkorea mit "starken physischen Gegenmaßnahmen" gedroht, sollte sich Seoul den vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea anschließen. Die Sanktionen bedeuteten "Krieg und eine Kriegserklärung gegen uns", erklärte am Freitag das sogenannte Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlands. China kündigte für den Fall eines nordkoreanischen Atomtests die Reduzierung seiner Hilfe für Pjöngjang an.

"Falls das Marionettenregime der Verräter sich direkt an den UN-Sanktionen beteiligt, wird Nordkorea gewaltsame Gegenmaßnahmen ergreifen", drohte Nordkoreas Wiedervereinigungskommission an die Adresse Südkoreas. Das Land kündigte zudem eine 1992 mit Südkorea geschlossene Vereinbarung über eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel auf. Erst einen Tag zuvor hatte Nordkoreas Führung einen neuen Atomtest angekündigt und dabei auch den USA offen gedroht. Künftige Raketen- und Atomtests sollten danach gegen die USA gerichtet sein. Ein Datum dafür nannte die nordkoreanische Führung nicht, es hieß lediglich, der Atomversuch ziele gegen den "Erzfeind" USA.

Die US-Regierung hatte die "Provokationen" zurückgewiesen und unterdessen ihre Handelsbeschränkungen gegen Nordkorea verschärft. Südkorea will prüfen, ob es weitere Sanktionen gemeinsam mit den USA umsetzen kann. Der Fokus liege allerdings auf der Befolgung der schon existierenden UN-Sanktionen, erklärte die Regierung in Seoul.

Seltene Stellungnahme
Ein offizielles chinesisches Presseorgan wies den nordkoreanischen Verbündeten am Freitag in einer seltenen Stellungnahme in die Schranken. In einem Leitartikel der Zeitung "Global Times" hieß es, sollte Nordkorea weitere Atomtests vornehmen, werde Peking nicht zögern, seine Hilfe für das Nachbarland einzuschränken. China stecke in dem "Dilemma", dass es keinen möglichen Weg habe, "nach einem diplomatischen Gleichgewicht zwischen Nord- und Südkorea, Japan und den USA zu suchen".

Peking solle eine "pragmatische Haltung" an den Tag legen und das "optimale Verhältnis zwischen den von uns investierten Ressourcen und unseren strategischen Gewinnen erreichen, empfahl die englischsprachige Zeitung und fügte hinzu, China setze auf Stabilität auf der koreanischen Halbinsel. Es sei aber "nicht das Ende der Welt", wenn es dort Probleme gebe.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Dienstag die Sanktionen gegen Nordkorea wegen des Starts einer Weltraumrakete im Dezember ausgeweitet. Die USA und Südkorea sehen darin einen verschleierten Waffentest.

Keine Atomwaffen?
Experten in Südkorea gehen nicht davon aus, dass Nordkorea über Atomwaffen verfügt, mit denen das Land die USA treffen könnte. Allerdings habe der Raketentest im Dezember gezeigt, dass das Land über die Technologie verfüge, um eine Rakete mit einer Reichweite von 10.000 Kilometern zu starten - weit genug, um San Francisco an der US-Westküste zu erreichen.

Die UNO verhängte bereits mehrfach Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Die Gespräche über das Atomprogramm des abgeschotteten Lands, an denen außer den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, die USA und Russland beteiligt sind, stecken seit Dezember 2008 in einer Sackgasse.

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