Die neue Atom-Angst

AKW-Katastrophe

Die neue Atom-Angst

Fukushima droht nun auch den Pazifik zu verseuchen. Die Strahlung stieg dramatisch.

Es war ein Geburtstag, über den sich niemand freuen konnte: Am Samstag vor exakt 40 Jahren ging der Reaktor 1 des Atommeilers Fukushima erstmals ans Netz. Aber auch zwei Wochen nach dem Erdbeben in Japan bleibt in dem AKW die Situation hoch dramatisch. Gestern stellte sich heraus: Jetzt ist auch das Meereswasser vor dem Meiler schwer verstrahlt.

Neueste Messungen wiesen im Meer vor Fukushima eine 1.250-fach erhöhte Radioaktivität nach. Am Dienstag hatten Messungen noch eine knapp 127-fache Erhöhung festgestellt. Zwar versuchen die japanischen Behörden derzeit zu beschwichtigen: Durch die Meeresströmung würden sich die gefährlichen Stoffe bald verflüchtigen und von einer Gesundheitsgefahr könne keine Rede sein. Experten sind aber ganz anderer Meinung.

„Es besteht die Gefahr, dass sich radioaktiv verstrahlte Partikel auf Algen ablagern, die wiederum von Fischen gefressen werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die Verstrahlung so auch in die Nahrungskette und nach Europa gelangt“, erklärt Niklas Schinerl von Greenpeace Österreich im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Fieberhaft wird jetzt versucht, die überhitzten Reaktorblöcke nicht mehr mit Meer-, sondern mit Süßwasser zu kühlen. US-Schiffe karrten riesige Behälter mit Wasser heran.

Experte: „Kernschmelze in mindestens zwei Blöcken“
Auf dem gesamten Gelände und in den Untergeschossen der Reaktoren haben sich unterdessen radioaktiv-verstrahlte Wasserlachen gebildet. Keiner weiß, wo das Wasser herkommt. In einer Lache des Blocks 1 wurde nun auch Cäsium 137 nachgewiesen – ein Stoff, der bei der Kernspaltung entsteht. „Wir rechnen damit, dass es mindestens in Block 1 und 3 schon teilweise eine Kernschmelze gab. Das ist schon jetzt ein Super-GAU“, sagt Reinhard Uhrig von Global 2000.

Und mitten in den AKWs arbeiten immer noch Menschen.

D. Müllejans
 

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