Im Winter

Kiew: Russland will EU Gas abdrehen

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Die Ukraine meldet, dass russische Soldaten ins Land eingedrungen sind.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat gesagt, es "wisse von russischen Plänen, diesen Winter den Gas-Transit in Länder der Europäischen Union zu blockieren". Er erwarte sich praktische Hilfe und klare Entscheidungen vom NATO-Gipfel am 4. September, sagte er am Mittwoch in Kiew.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich zuvor mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko auf das Entsenden eines zweiten russischen Hilfskonvois in die Ostukraine unter Aufsicht des Roten Kreuzes geeinigt. Das sagte ein Sprecher Putins laut der Agentur Itar-Tass am Mittwoch. Die ukrainische Armee meldete indes jedoch das Eindringen einer russischen Militärkolonne in die Südostukraine.

Militär eingedrungen
Es gebe Informationen über eine Kolonne aus hundert Fahrzeugen, darunter Panzer, Truppentransporter und Grad-Raketenwerfer, die sich auf dem Weg in die Ortschaft Telmanowe befinde, erklärte die ukrainische Armee am Mittwoch. Die Fahrzeuge seien mit einem Dreieck oder einem weißen Kreis markiert. Telmanowe liegt rund 80 Kilometer südlich der Separatistenhochburg Donezk und 20 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt.

Die prorussischen Separatisten, die seit Wochen in den Großstädten Donezk und Lugansk belagert werden, hatten am Montag angekündigt, eine Gegenoffensive südlich von Donezk zu starten. Nach einem Treffen in Minsk mit seinem russischen Kollegen Putin versicherte der ukrainische Präsident Poroschenko am Dienstagabend, dieser unterstütze den von ihm vorgelegten Friedensplan für die Ukraine. Putin versicherte seinerseits nach dem Gespräch, Russland werde alles für den Friedensprozess tun, falls er beginne.

Weiterer Hilfskonvoi

Moskau will der Bevölkerung der Ostukraine Hilfsgüter senden, die Ukrainer sahen dahinter aber bisher ein Tarnmanöver zum Transport von Waffen. Nach wochenlangem Tauziehen brachte Moskau vor wenigen Tagen einen ersten Hilfskonvoi ohne umfassende Absprache mit Kiew in die Rebellengebiete. Am Montag kündigte der russische Außenminister Sergej Lawrow dann die Entsendung eines zweiten Konvois an und provozierte damit den Argwohn der ukrainischen Regierung.

Putin und Poroschenko hatten sich am Dienstag am Rande eines Gipfeltreffens der Eurasischen Wirtschaftsunion in der weißrussischen Hauptstadt Minsk getroffen und dort direkt miteinander gesprochen. Putin sagte im Anschluss, hinsichtlich der Hilfslieferungen gebe es "gewisse Einigungen", über Einzelheiten sei indes noch nichts entschieden.

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