Knox-Prozess: Ankläger fordert 30 Jahre Haft

Florenz

Knox-Prozess: Ankläger fordert 30 Jahre Haft

Verhandlung in Abwesenheit von Knox - Urteil am 30. Jänner.

Mehr als sechs Jahre nach dem Mord an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher in Perugia ist der Prozess gegen die US-Bürgerin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito in Florenz in die Endphase getreten.

Sollecitos Verteidiger forderten am Montag in ihren Schlussplädoyers einen Freispruch. Gegen Knox wird in Abwesenheit verhandelt, sie befindet sich in den USA.

"Am Abend der Tat war Sollecito zu Hause vor dem Computer und sah einen Film. Sein Alibi ist unwiderlegbar", sagte Sollecitos Rechtsanwalt Luca Maori. Staatsanwalt Alessandro Crini hatte in seinem Plädoyer für die 26-jährige Knox eine Haftstrafe von 30 Jahren gefordert, der drei Jahre ältere Sollecito soll demnach für 26 Jahre hinter Gitter. Beide seien in der Tatnacht betrunken gewesen und unter Drogeneinfluss gestanden. Die damals 21 Jahre alte Austauschstudentin Kercher war am 2. November 2007 von Messerstichen übersät und mit durchschnittener Kehle in ihrem WG-Zimmer gefunden worden.

Das Urteil in dem mittlerweile dritten Prozess in der Causa soll am 30. Jänner ergehen. Knox und Sollecito waren 2009 wegen Mordes zu langen Haftstrafen verurteilt und 2011 wieder freigesprochen worden. Der Freispruch wurde im März 2013 vom Kassationsgericht in Rom aufgehoben. Das Urteil enthalte schwere logische und juristische Fehler, hatte die Staatsanwaltschaft von Perugia ihre Berufung beim Kassationsgericht begründet. Das neue Hauptverfahren begann Ende September.

Im ersten Verfahren war ein Ivorer wegen Beihilfe zum Mord und sexueller Gewalt zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Er verbüßt seine Strafe. Der Mann könne nicht allein für die Tat verantwortlich gemacht werden, sagten die Staatsanwälte. In allen Blutlacken, die am Tatort gefunden worden waren, seien auch DNA-Spuren Amandas vorhanden gewesen.

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