Indien

Lebenslang wegen Vergewaltigung von zehnjähriger Nichte

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Opfer hatte nicht abtreiben dürfen und Kind zur Welt gebracht.

Ein indisches Gericht hat am Donnerstag zwei Männer wegen der Vergewaltigung ihrer zehnjährigen Nichte zu lebenslanger Haft verurteilt. Zudem müssen die Verurteilten Strafen von je 300.000 Rupien (3.983,84 Euro) zahlen, wie Staatsanwalt Atul Sethi am Telefon sagte.
 
Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt, nachdem das Oberste Gericht eine Abtreibung bei dem vergewaltigten Mädchen abgelehnt hatte und dieses im August ein Baby zur Welt brachte.
 
In einem beschleunigten Verfahren wurden die beiden Onkel der Zehnjährigen nun in der nordindischen Stadt Chandigarh verurteilt. Die indische Justiz ist eigentlich bekannt dafür, besonders langsam zu arbeiten. Nachdem die Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in einem Bus in Neu Delhi 2012 für einen nationalen Sturm der Entrüstung gesorgt hatte, führte der Staat aber Schnellgerichte für Sexualstraftaten ein.
 
Die Schwangerschaft der Zehnjährigen war erst in der 30. Woche bemerkt worden, als das Mädchen wegen Bauchschmerzen ins Krankenhaus kam. Da Abtreibungen in Indien in der Regel nur bis in die 20. Schwangerschaftswoche erlaubt sind, hatte das Oberste Gericht eine Abtreibung abgelehnt. Im August brachte das Mädchen eine Tochter zur Welt. Die Eltern der Zehnjährigen gaben an, das Neugeborene zur Adoption freigeben zu wollen.
 
Indien hält einen traurigen Rekord bei Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch von Minderjährigen. Offiziellen Angaben zufolge wurden 20.000 Fälle im Jahr 2015 gemeldet. Viele Übergriffe geschehen im Familien- oder Freundeskreis: Fast 50 Prozent der Täter sind den Opfern bekannt.
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