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13 Jahre nach Verschwinden

Maddies Eltern: 'Wir wollen endlich Frieden finden'

Kate und Gerry McCann geben die Hoffnung nicht auf, dass ihre Tochter am Leben ist.

Vor 13 Jahren wurde der schlimmste Albtraum aller Eltern für Kate und Gerry McCann wahr. Ihre erst dreijährige Tochter Madeline verschwand im Portugal-Urlaub spurlos. Danach begann ein wahrer Marathon, der scheinbar nie ein Ende nehmen soll. Weltweit sorgte der Fall des verschollenen britischen Mädchens für Aufsehen. Wo steckt "Maddie"? Mit öffentlichen Suchaufrufen und zahlreichen TV-Auftritten hofften die McCanns, ihre Tochter endlich wieder in die Arme schließen zu können. Doch nichts. Jede Spur verlief bisher im Sand. Aber selbst nach 13 Jahren geben sie die Hoffnung auf Klarheit nicht auf. Am Mittwochabend dann der Paukenschlag. Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig bekannt gab, führen sie Ermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen. Er steht im Verdacht, die kleine Maddie ermordet zu haben. Bei dem Mann handelt es sich um einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter, der derzeit in anderer Sache eine längere Haftstrafe verbüßt.

In einem kurzen Statement meldeten sich auch Kate und Gerry zu Wort. "Wir heißen die jüngsten Ermittlungen im Zuge Maddies Verschwindens sehr willkommen. Wir wollen den zuständigen Polizeibeamten für ihren Einsatz danken. Alles, was wir jemals wollten ist, sie zu finden, die Wahrheit aufzudecken und die Täter zur Verantwortung ziehen", so Maddies Eltern. "Wir werden die Hoffnung, Maddie noch lebend zu finden, nie aufgeben. Aber wir müssen die Antwort kennen, um endlich Frieden zu finden", erklärten die McCanns.

© EPA

Vor 13 Jahren verschwunden

Das damals dreijährige Mädchen war am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden. Die Eltern waren zu der Zeit in einem nahe gelegenen Restaurant essen. Das ungeklärte Schicksal des Mädchens hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Ermittler waren von einer Entführung ausgegangen. Zeitweise standen auch die Eltern selbst unter Verdacht.
 
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Der Fall war am Mittwochabend wie schon früher Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst", in der um sachdienliche Hinweise gebeten wurde. Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" (Donnerstagsausgabe) handelt es sich bei dem nun Beschuldigten um einen Mann, der 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin verurteilt worden sei.
 
Nach BKA-Angaben hatte der Verdächtige zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. "Nach hier vorliegenden Erkenntnissen ging er in dieser Zeit im Raum Lagos mehreren Gelegenheitsjobs, unter anderem in der Gastronomie, nach", teilte das BKA mit.
 
© Handout / METROPOLITAN POLICE / AFP
 
Wie Scotland Yard am Mittwochabend mitteilte, trug der Mann zur Tatzeit kurzes, blondes Haar und ist etwa 1,80 Meter groß. Besonderes Augenmerk lenkten die britischen Ermittler auf zwei Fahrzeuge und zwei Telefonnummern, die der Verdächtige benutzt haben soll. Es geht um einen Caravan vom Typ VW T3 Westfalia mit portugiesischem Nummernschild, in dem der Mann zeitweise gewohnt haben soll, und einen Jaguar, Model XJR 6, mit einem deutschen Kennzeichen. Am Tag nach Maddies Verschwinden sei der Jaguar auf einen neuen Halter umgemeldet worden.
 
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Neue Hinweise

An dem Abend, als Maddie verschwand, soll der Verdächtige einen Anruf erhalten haben unter der Nummer +351 912 730 680 mit portugiesischer Ländervorwahl. Der Anruf wurde in der Region um Praia de Luz entgegengenommen. "Ermittler glauben, dass die Person, die diesen Anruf getätigt hat, ein höchst wichtiger Zeuge ist, und rufen sie dazu auf, in Kontakt zu treten", hieß es in der Scotland-Yard-Mitteilung. Die Nummer des Anrufers laute +351 916 510 683.
 
Die Erkenntnisse seien das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit, der britischen, deutschen und portugiesischen Polizei, hieß es weiter. "Nach dem 10. Jahrestag erhielt die Metropolitan Police Informationen über einen deutschen Mann, der sich bekanntermaßen in und um Praia de Luz aufhielt. Wir haben mit Kollegen in Deutschland und Portugal zusammengearbeitet und dieser Mann ist ein Verdächtiger im Verschwinden von Madeleine", sagte Detective Chief Inspector Mark Cranwell der Mitteilung zufolge. Scotland Yard betonte jedoch, dass es sich weiterhin um einen Vermisstenfall handle.
 
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Bereits nach einer Sendung von "Aktenzeichen XY... ungelöst" aus dem Jahr 2013 seien Hinweise auf den Deutschen eingegangen, sagte Christian Hoppe vom BKA am Mittwochabend in der ZDF-Sendung. Auch nach einem Bericht zehn Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens habe es Hinweise gegeben. Damals reichten die Informationen aber nicht für Ermittlungen oder eine Festnahme aus, wie Hoppe berichtete. Es gab demnach viele Indizien, der entscheidende Beweis fehle aber noch. Die Ermittlungen führten zu der Annahme, dass das Mädchen einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen ist.
 
Nach Informationen der "Braunschweiger Zeitung" soll der 43-Jährige auch die Vergewaltigung der 72-Jährigen in Portugal begangen haben - in demselben Ort, in dem rund eineinhalb Jahre später die kleine Maddie verschwand. Im Dezember 2019 sei der Mann vor dem Braunschweiger Landgericht zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil sei bisher nicht rechtskräftig; der Angeklagte werfe der Justiz Rechtsfehler im Auslieferungsverfahren vor.
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