ISIS

Haftanstalt in Stadt Al-Hassaqa im Visier

Mehr als 40 Tote bei schwerem IS-Angriff in Syrien

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Attacke auch gegen irakischen Militärstützpunkt in Provinz Diyala.

Bagdad. Bei einem der schwersten Angriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien in den vergangenen Jahren sind laut Aktivisten mehr als 40 Menschen getötet worden. Die Extremisten griffen ein Gefängnis in der von den Kurden kontrollierten Stadt Al-Hassaqa im Nordosten des Bürgerkriegslandes an, so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Über Stunden hielten schwere Gefechte an. Bei einem IS-Angriff im benachbarten Irak starben außerdem elf Soldaten.

Der IS hatte über Jahre große Gebiete in Syrien und im Irak unter seiner Kontrolle. Seine letzte Hochburg, Baghouz im Osten Syriens, verlor er vor fast drei Jahren. Zellen der Extremisten sind aber weiterhin aktiv. Beobachter warnen vor einem Wiederaufstieg der Terrormiliz.

Bei dem Angriff auf das Gefängnis am Donnerstagabend habe der IS inhaftierte Anhänger befreien wollen, erklärte die Beobachtungsstelle weiter. Unter den Opfern waren demnach 16 IS-Kämpfer und fünf Zivilisten. Dutzende Extremisten seien geflohen. Es habe sich um den heftigsten IS-Angriff seit fast drei Jahren gehandelt.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat ihren Sitz in Großbritannien, ihre Angaben sind nur schwer überprüfbar.

Lage sei unter Kontrolle

Die von Kurden kontrollierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) wiederum meldeten, die meisten Flüchtigen seien gefasst worden. Die Lage in dem Gefängnis sei unter Kontrolle, sagte ein SDF-Sprecher.

Im Irak überfielen IS-Extremisten Freitag früh einen Militärstützpunkt in der Provinz Diyala rund 60 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Die Jihadisten seien danach geflohen. Es starben mindestens elf Menschen. In einer in den sozialen Medien verbreiteten Erklärung bekannte sich der IS zu der Tat.

Die Terrormiliz hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Norden und Westen des Iraks eingenommen und dort ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Zum Herrschaftsgebiet der Extremisten gehörten auch große Teile des benachbarten Syriens. Mit militärischer Unterstützung der USA und anderer Staaten konnten die irakischen Sicherheitskräfte die Terrormiliz zurückdrängen. In Syrien nahmen von Kurden angeführte Truppen im Frühjahr 2019 die letzte IS-Hochburg ein. Zellen des IS sind aber weiter aktiv.

In dem Gefängnis in Al-Hassaqa sitzen der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar zufolge rund 5.000 IS-Anhänger. Auch in anderen Lagern halten die Kurden noch Tausende Extremisten fest, darunter Hunderte Ausländer.

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