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In 24 Stunden

Mehr Tote in Brasilien als in den USA

USA ziehen Einreiseverbot vor.

Santiago de Chile. Brasilien hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums erstmalig binnen 24 Stunden mehr Covid-19-Todesfälle verzeichnet als die USA. Auch in Chile nimmt die Ausbreitung des Coronavirus weiter stark zu.
 
An den Folgen der Lungenkrankheit sind in Brasilien am Montag 807 Menschen gestorben, in den Vereinigten Staaten 620. Das lateinamerikanische Land verzeichnet nach offiziellen Angaben mit insgesamt 374.898 Infektions-Fällen weltweit den zweitgrößten Ausbruch des Coronavirus, hinter den USA mit 1,637 Millionen Erkrankten. Die Gesamtzahl der Todesfälle in den USA liegt gemäß einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters bei 97.971, im Vergleich zu Brasilien mit 23.473.
 
Die US-Regierung legte unterdessen den Beginn der wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen verhängten Einreisebeschränkungen für Nicht-US-Bürger aus Brasilien auf einen früheren Termin. Die Regelung trete nun ab dem 26. Mai 23.59 Uhr amerikanische Ostküstenzeit in Kraft und nicht erst ab dem 28. Mai, teilte das Weiße Haus mit.
 
In Chile wurden innerhalb von 24 Stunden 4.895 neue Infektionsfälle verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Dies ist die bisher höchste Zahl von Neuinfektionen im Land. Ferner wurden 43 weitere Todesfälle registriert. Unter den zuletzt positiv auf das Virus getesteten Patienten sind auch zwei Minister der Regierung von Präsident Sebastian Pinera. Die Gesamtzahl der verzeichneten Infektionsfälle in Chile stieg auf 73.997, die Zahl der Todesopfer auf 761.
 
Energieminister Juan Carlos Jobet und der Minister für öffentliche Arbeiten, Alfredo Moreno, teilten am Montag mit, positiv auf den Erreger getestet worden zu sein. Beide Kabinettsmitglieder hatten sich nach eigenen Angaben schon vor Vorliegen ihrer Testergebnisse in Quarantäne begeben. Moreno teilte mit, dass er bisher keine Symptome habe. Er hatte sich sogleich n Quarantäne begeben, nachdem bei einer seiner Mitarbeiterinnen das Virus festgestellt worden war.
 
Die Arbeit des Kabinetts von Präsident Pinera wurde durch die Pandemie zuletzt stark beeinträchtigt. Auch die Minister für Finanzen und Wirtschaft, Ignacio Briones und Lucas Palacios, begaben sich in Quarantäne, weil sie Kontakt zu Infizierten gehabt hatten. Sie wurden aber inzwischen negativ getestet und kehrten zur Arbeit zurück. Der Minister für öffentliche Güter, Julio Isamit, blieb indessen trotz eines Negativtests vorerst in häuslicher Isolation.
 
Bei drei anderen Ministern, die sich wegen Kontakten zu Infizierten ebenfalls in häusliche Isolation begeben hatten, fielen die Tests hingegen negativ aus. Sie nahmen ihre Arbeit wieder auf. In der chilenischen Hauptstadt Santiago gilt seit Mitte Mai wegen der Pandemie eine strikte Ausgangssperre.
 
Pinera setzte unterdessen ein Gesetz zur Absenkung der Gehälter des Staatschefs, der Minister sowie der Parlamentarier in Kraft. Die künftige Höhe der Bezüge soll von einem Ausschuss festgelegt werden. Das Gesetz war jahrelang im Parlament debattiert worden. Es gewann dann durch die Coronakrise an Dringlichkeit, weshalb es beschleunigt verabschiedet wurde.
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