Merkel startet Koalitions-Poker

Berlin

Merkel startet Koalitions-Poker

Merkel triumphierte, jetzt braucht sie einen Regierungspartner. Der Koalitionspoker hat bereits begonnen.

Was für ein Sieg: 41,5 Prozent holte Angela Merkel, die Kanzlerin hat die CDU wieder zur Spitzenpartei gemacht – wie zu Konrad Adenauers Zeiten. Aber: Sie hat die absolute Mehrheit knapp verfehlt, ihr Ex-Koalitions-Partner FDP flog nach historischem Fiasko aus dem Bundestag (siehe unten). Jetzt muss sich Merkel einen neuen Mitstreiter aussuchen, doch wer will?

SPD-Chef Gabriel: »Frau Merkel rief um 9 Uhr an.«
Wunsch. Am liebsten wäre den Deutschen eine große Koalition, ein solides Bündnis, das Stabilität und Sicherheit signalisiert. Die Wähler wollen Schwarz-Rot. Merkel weiß das, deshalb hat sie bereits einen ersten Schritt in Richtung Sozialdemokraten gesetzt: „Frau Merkel hat um 9 Uhr versucht, mich zu erreichen, gegen 11 Uhr konnten wir dann miteinander sprechen“, bestätigte SPD-Chef Sigmar Gabriel erste Kontakte. Mehr wollte er nicht sagen: „Wir sehen das ergebnisoffen“, betonte er.

Siegerin Merkel: »Warten nun SPD-Konvent ab.«

Sondieren. Ähnlich zurückhaltend Wahlsiegerin Merkel: „Das Gespräch hat es gegeben“, meinte sie am Montag vor Journalisten in Berlin. Gabriel habe in diesem Telefonat aber auf den SPD- Partei-Konvent am Freitag verwiesen: „Das gilt es nun abzuwarten“, meinte die strahlende Siegerin. Eine große Koalition zwischen Union und SPD gab es bereits zwischen 2005 und 2009. Die Zusammenarbeit lobt die Kanzlerin heute noch.

Schwarz-Grün
Zugleich schloss Merkel Sondierungsgespräche mit den Grünen nicht aus. Wie die SPD wollen die Grünen, die bei der Wahl von 10,7 auf 8,4 Prozent absackten, aber erst Ende der Woche ihre Linie festlegen. Angeblich will schon demnächst die grüne Führungsspitze komplett zurücktreten.

Nur ein Koalitionsmodell wird es sicher nicht geben: Rot-Rot-Grün würde sich rechnerisch ausgehen, aber SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück hat das explizit ausgeschlossen: „Das wird es zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht geben“, legte er sich fest.

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