Millionenstrafe für Impfstoff-Hersteller

Vertuschung von Medikamenten-Risiken

Millionenstrafe für Impfstoff-Hersteller

Zwei Pharmakonzerne sind in den USA zu mehr als 800 Mio. Dollar Strafe verurteilt worden. Unter den Beschuldigten ist auch Coronaimpfstoff-Hersteller Sanofi.

Ein Gericht in Hawaii hat die beiden Pharmakonzerne Bristol-Myers und Sanofi wegen mangelnder Aufklärung über Risiken ihres Blutverdünners Plavix zu einer Geldstrafe von insgesamt 834 Mio. Dollar (688 Mio. Euro) verdonnert.
 

Risiken nicht bekannt gegeben

Richter Dean Ochiai in Honolulu kam zu dem Schluss, dass das amerikanische und das französische Unternehmen von 1998 bis 2010 unlautere und irreführende Geschäftspraktiken betrieben haben sollen. Der von den Firmen vertriebene Blutverdünner soll laut Studien bei etwa 14 Prozent der Patienten mit chinesischer Herkunft nicht gewirkt haben. Diesen Umstand wollten die Konzerne nicht auf dem Etikett ausweisen, obwohl sie von den Gesundheitsrisiken des Arzneimittels gewusst haben sollen. So wurden Ärzte und Patienten nicht ausreichend gewarnt.
 

Erneuter Rückschlag für Sanofi

Das wirft kein gutes Licht auf die Pharma-Giganten. Sanofi machte erst kürzlich Negativ-Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass das mit dem US-Partner Translate Bio entwickelte Coronavirus-Vakzin 2021 noch nicht zur Verfügung stehen wird. Auch der zweite Sanofi-Impfstoff, den das Unternehmen mit GlaxoSmithKline produziert, wird sich verzögern.
 
Fraglich ist auch, welche Auswirkungen dieses Urteil auf die Zulassung der Corona-Vakzine von Sanofi haben wird. Denkbar ist, dass die Behörden bei Konzernen, die bereits wegen Vertuschung von Nebenwirkungen verurteilt worden sind, zweimal hinsehen wird. 
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