Neuer Twitter-Protest gegen Trump

#WhyIDidntReport

Neuer Twitter-Protest gegen Trump

Aufruhr: Präsident verharmlost Vorwürfe gegen Verfassungsgerichtsanwärter.

Washington. Kein Ende der Skandalwelle in Washington. Während der Anhörung des von Trump vorgeschlagenen neuen Verfassungsrichters Brett Kavanaugh erklärt eine Uni-Professorin: „Dieser Mann hat mich vor 36 Jahren sexuell belästigt!“

Es war in den 1980er-Jahren auf einer Highschool-Privatparty. Kavanaugh habe Christine Blasey Ford „auf ein Bett gedrückt“, „begrapscht“ und ihr den „Mund zugehalten“. Die Frau – jetzt anerkannte Psycho­logieprofessorin – dachte, „dass er mich unabsichtlich umbringen wird“.

Trump kontert mit einem zynischen Kommentar

FBI. Jetzt wird es politisch spannend: Wird Kavanaugh trotz dieser enormen Anschuldigungen zum Richter ernannt? Trumps politische Gegner fordern die Verschiebung der Abstimmung, bis das FBI ermittelt hat.

Jetzt eskaliert der Streit noch mehr. Trump kontert: „Wenn der Angriff auf Dr. Ford wirklich so schlimm war, hätten schon damals sie oder ihre liebevollen Eltern Anklage bei den Behörden eingereicht.“

Mit diesem zynischen Tweet begann ein regelrechter Proteststurm. Unter dem Hashtag #WhyIDidntReport berichten Zehntausende Menschen unter anderem auch über eigene Missbrauchserfahrungen, die sie nie angezeigt haben.

Mit dabei unter den Solidaritätskundgebungen ist Patti Davis, die Tochter des Ex-Präsidenten Ronald Reagan. Auch die Schauspielerin Ashley Judd berichtet von zwei Vergewaltigungen. Die Erste wurde ihr nicht geglaubt, die Zweite vertraute sie nur mehr ihrem Tagebuch an.

Mutmaßliches Opfer wird im Senat aussagen

Das mutmaßliche Opfer des US-Höchstrichterkandidaten Brett Kavanaugh hat sich am Samstagnachmittag (Ortszeit) zu einer Aussage im US-Senat bereit erklärt. Dies berichteten Medien unter Berufung auf den Anwalt der US-Professorin Christine Blasey Ford. Allerdings werde noch über die genauen Bedingungen und den Zeitpunkt der Aussage verhandelt. Der Anhalt wolle eine Anhörung am Donnerstag.
 
Wegen des Vorwurfs wackelt die Bestätigung des von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Abtreibungsgegners durch den US-Senat, in dem die regierenden Republikaner nur eine knappe Mehrheit haben.
 

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