Nonnen-Anwärterin besetzt Kloster

Streit um Bleiberecht

Nonnen-Anwärterin besetzt Kloster

Sie wolle in dem aufgelösten, weitgehend leerstehenden Kloster Nonne werden, das sei ihre Berufung, Gott führe sie.

Sie lebt im Kloster Altomünster bei Dachau und weigert sich, auszuziehen: Die Nonnen-Anwärterin Claudia Schwarz wehrte sich am Montag vor dem Landgericht München II gegen die Vollstreckung der Räumung durch die Erzdiözese München und Freising. Die 39-jährige Juristin argumentierte, sie wolle in dem aufgelösten, weitgehend leerstehenden Kloster Nonne werden, das sei ihre Berufung, Gott führe sie.

Vergleich vorgeschlagen

Der Richter schlug einen Vergleich vor. Man könne den Streit "nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag hinausziehen". Doch die Parteien wurden sich nicht einig. Die Erzdiözese verlangte ein konkretes Auszugsdatum Ende Juni. "Das ist für mich keine Option", sagte Schwarz. Sie pocht auf eine endgültige Entscheidung aus Rom. Tatsächlich sei, so hieß es, nun eine weitere Entscheidung der Apostolischen Signatur zu erwarten, des höchsten Gerichts der römischen Kurie.

Auflösung

Der Vatikan hatte die Auflösung des einzigen Kloster des alten Birgitten-Ordens in Deutschland beschlossen, weil dort nur noch eine Nonne gelebt hatte, die Ordensfrau Apollonia Buchinger. Die Mindestbesetzung bestünde aber aus drei Ordensfrauen. Apollonia legte Widerspruch ein, zog aber aus. In einem ersten Verfahren hatten sich Schwarz und die Erzdiözese in einem Vergleich darauf verständigt, dass Schwarz bis zu einer Entscheidung Roms über den Widerspruch bleiben darf.

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