Notre Dame

Schon 1 Milliarde gespendet

Notre-Dame: Welt hilft bei Wiederaufbau

Nach dem Schock folgt die weltweite Solidarität. Sofort beginnt der Wiederaufbau.

Paris. Wenige Tage vor Ostern, dem größten Fest der weltweit 2,3 Milliarden Christen, ist eines der wichtigsten religiösen Bauwerke in Flammen aufgegangen. Die Kathedrale Notre-Dame (13 Millionen Besucher jährlich) könnte dennoch ein Zeichen für das Wiederauferstehen werden. Präsident Emmanuel Macron gab die Devise aus: In fünf Jahren soll das Bauwerk wieder stehen.

An einem Tag: Modebosse spenden 500 Millionen Euro

Milliardäre. Über Nacht begannen die Spenden zu fließen. 500 Millionen Euro ­gaben die prominentesten Milliardäre des Landes: Bernard Arnault (Louis Vuitton, Hennessy), der Gatte von Hollywoodstar Salma Hayek, François-Henri Pinault (Gucci, Saint Laurent), und die Familie Bettencourt (L’Oréal). Mittlerweile liegt mehr als eine Milliarde bereit.

Das größte Problem wird nicht das Geld sein: Es gibt nicht genug Bauexperten. „Es fehlt sicherlich an der Qualität und Quantität von so vielen Bildhauern und Steinmetzen, die das in kurzer Zeit wiederherstellen können“, sagt Wolfgang Zehetner, Dombaumeister des Wiener Stephansdoms.

Expertise. Auch dafür rollt eine internationale Welle der Solidarität. US-Präsident Donald Trump hat den Papst angerufen und Experten für den Wiederaufbau versprochen. Deutschland ernannte bereits eine eigene Koordinatorin, die Hilfe (Fachkräfte und Geld) kanalisieren soll.

Österreichs Regierung bietet heimische Expertise an (siehe Kasten). Auch die steirische Holzwirtschaft und die TU Graz (Institut für Holzbau) wollen anpacken.

Schirm. Erste Maßnahme vor Ort wird ein „Regenschirm“ über der Brandruine sein. Eine gigantische Plane soll das Gebäude vor Wasser schützen.

Beliebter. Präsident Macron ist übrigens seit der ­Katastrophe beliebter geworden. 32 % finden ihn gut – ein Wert, den er zuletzt vor der Gelbwesten-Krise hatte.

Österreich hilft: Regierung schreibt Brief

„Sehr geehrter Herr Präsident“ – so beginnt der Brief von Kanzler Kurz und Ministerin Schram­böck an Macron. Inhalt: Die Regierung bietet den Franzosen Hilfe an. Es geht um die Sicherheit des Architekturjuwels nach der Renovierung. Schramböck: „Wir haben seit dem tragischen Brand in der Wiener Hofburg große Erfahrung im Wiederaufbau kulturellen Erbes. Wenn diese Expertise bei Notre-Dame helfen kann, leisten wir selbstverständlich unseren Beitrag.“

Hofburg. So seien nach dem Hofburgbrand 1992 Brandmeldeanlagen, Brand­abschnitte, Nasssteigleitungen und Wandhydranten geschaffen worden, so die Ministerin. Auch die Feuerwehr wurde als Konsequenz reformiert. Fazit: Wenn Paris Interesse an diesem Know-how habe, sei Wien gerne bereit, zu helfen.

Günther Schröder

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