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Offensive gegen IS: Neue Flüchtlingswelle droht

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UNO warnt vor Massenvertreibungen aus IS-Hochburg Mossul.

Die UNO hat vor der Vertreibung von bis zu 400.000 Zivilisten aus dem vom IS kontrollierten Westteil der irakischen Großstadt Mosul gewarnt. Die in den kommenden Tagen erwartete Offensive könnte auch zu einer Belagerung der dicht bevölkerten Altstadt führen, warnte die UNO-Koordinatorin für den Irak, Lise Grande, am Samstag. "Das ist ein anderer Kampf mit enormen Auswirkungen für Zivilisten."

Wegen der für Panzerfahrzeuge unpassierbaren engen Gassen gilt der angekündigte Angriff auf den Westteil der letzten IS-Hochburg im Irak als besonders schwierig.

Im vergangenen Monat hatten irakische Streitkräfte die islamistischen Extremisten aus dem Osten von Mosul (Mossul) vertrieben. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in den westlichen Bezirken bis zu 800.000 Zivilisten leben. Jeder zweite Bewohner könnte aus seinem Haus im Zuge des Angriffs fliehen, warnte Grande. Hilfsorganisationen und die Regierung sind bereits dabei, südlich von Mossul Notfall-Lager zu errichten. Schon jetzt sei die Lebensmittel- und Wasserversorgung im Westen knapp. "Der Kampf hat noch nicht begonnen, aber es gibt schon eine humanitäre Krise", betonte Grande.

Unterdessen laufen offenbar auch die Vorbereitungen für eine weitere Offensive zur Vertreibung der IS-Kämpfer aus der syrischen Stadt Raqqa. Die Türkei habe den USA zwei Vorschläge unterbreitet, wie in einer gemeinsamen militärischen Operation die Islamisten aus ihrer syrischen Hochburg vertrieben werden könnten, berichtete die türkische Zeitung "Hurriyet" am Samstag.

Die Regierung in Ankara hatte sich wiederholt dafür stark gemacht, dass die Offensive von lokalen arabischen Milizen mit der möglichen Unterstützung durch türkische Truppen geführt werden solle. Im Gegensatz dazu stehen die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) zu der auch die Kurdenmiliz YPG zählt. Die türkische Regierung beobachtet die Erfolge der kurdischen Milizen gegen den IS voller Misstrauen, da sie in der Gegend nicht nur gegen den IS, sondern auch gegen kurdische Rebellen kämpft. Unklar ist, ob die neue US-Regierung unter Präsident Donald Trump trotz der türkischen Vorbehalte die YPG weiter mit Waffen ausstattet.
 

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