Edi Rama

Parlamentswahl

Opposition vor Sieg in Albanien

Für Edi Rama und Sali Berisha geht es ums politische Überleben.

Bei der Parlamentswahl in Albanien lassen die bisherigen Auszählungsergebnisse auf einen Sieg des Oppositionsblocks um die Sozialisten (PS) von Edi Rama schließen. Die Allianz für ein Europäisches Albanien des Ex-Bürgermeisters von Tirana liegt bei einem Auszählungsstand von 20 Prozent laut Angaben der Zentralen Wahlkommission nicht nur in der umkämpften Hauptstadt, sondern auch in den meisten anderen Wahlkreisen und selbst in der nördlichen Hochburg der regierenden Demokraten (PD) von Ministerpräsident Sali Berisha voran.

Vor allem für Rama (48), aber auch für den seit acht Jahren amtierenden Berisha, geht es bei der Wahl um das politische Überleben. Rama konnte Berisha bei der Parlamentswahl vor vier Jahren nicht ablösen; bei den Lokalwahlen 2011 verlor der PS-Chef zudem seinen Bürgermeister-Posten. Verliert er die Wahl, dürften auch seine Tage als Parteivorsitzender gezählt sein.

Berisha wollte im APA-Gespräch jüngst nicht sagen, ob er bei einer Niederlage in der Politik bleibt. Wenn er abgewählt wird, müsste er sich mit der Rolle des Oppositionsführers begnügen; bei der nächsten regulären Wahl, bei der er wieder an die Macht kommen könnte, wäre er 73 Jahre alt.

Kein Mann hat die albanische Politik seit dem Ende der kommunistischen Diktatur geprägt wie Berisha, einstiger Kardiologe des kommunistischen Diktators Enver Hoxha: 1997 war er in seiner schwärzesten Stunde nach krassen Unregelmäßigkeiten bei einer Wahl und dem Zusammenbruch dubioser Finanzgesellschaften, die viele Albaner um ihre Ersparnisse und das Land an den Rand des Bürgerkriegs brachten, als Staatspräsident zurückgetreten. 2005 feierte der heute 68-Jährige ein fulminantes Comeback als Regierungschef.

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