Papst Benedikt XVI.

Vatikan

Papst glaubt an neuen Spin Doctor

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Reporter von "Fox News" soll Benedikt XVI. in Medienfragen beraten.

Seit über einem Jahrzehnt berichtet Greg Burke für den amerikanischen Nachrichtensender "Fox News" aus dem Heiligen Stuhl. Vom Tod Johannes Pauls II. bis zu den jüngsten Vatileaks-Skandalen: Kein Event im Vatikan ist in den letzten Jahren dem 52-jährigen TV-Journalisten entgangen, der unter anderem für die amerikanische Zeitschrift "Time" tätig war. Doch jetzt ist es für Burke Schluss mit dem Leben als Rom-Korrespondent. Der Reporter startet eine neue Laufbahn und übernimmt eine der heikelsten Positionen, die man sich in der Kommunikationswelt nur vorstellen kann. Ab Juli beginnt Burke mit einem neuen Job als Vatikan-Berater in Medienfragen.

Während die Polemik rund um die spektakuläre Enthüllungsaffäre im Vatikan tobt, bezieht Burke ein eigenes Büro im Staatssekretariat, von dem aus er die Arbeit vom vatikanischen Presseamt und Staatssekretariat koordinieren wird. Seine neue Stelle wird er Anfang Juli antreten.

Das Jobangebot kam für Burke vollkommen überraschend. "Ich war in den USA unterwegs, weil ich meinen Vater besuchen wollte und mein italienisches Handy war einige Tage lang abgeschaltet. Als ich es wieder einschaltete, fand ich eine Nachricht aus dem vatikanischen Staatssekretariat vor, in der man mir mitteilte, dass mich der vatikanische Innenminister, Erzbischof Angelo Becciu, sehen wolle. Normalerweise bin ich es, der als Journalist im Vatikan anruft, diesmal hat mich ausnahmsweise der Vatikan gesucht. Die Überraschung hätte nicht größer sein können", berichtet Burke.

Arbeit "hinter den Kulissen"
Als Medienberater wird Burke eng mit dem vatikanischen Pressesprecher, Pater Federico Lombardi, zusammenarbeiten. "Lombardi bleibt vatikanischer Pressesprecher, ich werde als Medienberater hinter den Kulissen arbeiten. Dasselbe geschieht heute schon im Weißen Haus. Jeder kennt Obamas Pressesprecher Jay Carney, nur wenige kennen jedoch den Kommunikationsdirektor, der die Strategie bestimmt", sagt Burke.

Seine Ernennung zum Medienberater betrachtet der US-Journalist als ein Zeichen, dass der Vatikan für mehr Transparenz in der Kommunikation sorgen will. "Die Tatsache, dass der Vatikan einen Laien gewählt hat, der zwar als Journalist viel über den Heiligen Stuhl berichtet hat, aber keine interne Erfahrung im Vatikan besitzt, bezeugt sicherlich, dass sich einiges in der Kommunikationsstrategie ändern wird", berichtet der Reporter.

Der neue Job wird sein Leben verändern, das weiß Burke genau. "Als Rom-Korrespondent war meine Arbeit überschaubar. Jetzt stelle ich mich einer neuen Herausforderung. Doch ich denke, man muss manchmal im Leben den Mut haben, unbekannte Wege zu beschreiten. Ich verlasse meinen Korrespondenten-Job mit gemischten Gefühlen: Ich bin über das Angebot natürlich sehr glücklich, andererseits wird mir der Journalismus fehlen", so Burke.

Der Journalist übernimmt seine neue Stelle in einer schwierigen Phase für den Vatikan. Über den sogenannten Skandal "Vatileaks" will Burke allerdings jetzt noch nicht allzu viel sagen. "Ich habe Rom zwei Tage nach der Verhaftung des päpstlichen Kammerdieners Paolo Gabriele verlassen und bin erst kürzlich zurückgekehrt. Daher brauche ich noch ein wenig Zeit, um den Fall zu vertiefen", so Burke.

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