Sünde

Papst: Pfarrer dürfen Abtreibung vergeben

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Gleichzeitig bezeichnete Franziskus Abtreibung als "grauenhaftes Verbrechen".

Im Vatikan ist am Montag ein Apostolisches Schreiben von Papst Franziskus mit dem Titel "Misericordia et misera" veröffentlicht worden. Darin gewährt das Kirchenoberhaupt allen Priestern die Vollmacht, über das Jubiläumsjahr hinaus "kraft ihres Amtes jene loszusprechen, welche die Sünde der Abtreibung begangen haben".

Der Papst Franziskus hatte allen Priestern, während des am Sonntag zu Ende gegangenen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit erlaubt, Frauen von der "Sünde" der Abtreibung loszusprechen. Jetzt wird diese Vollmacht über das Heilige Jahr hinaus ausgedehnt. Franziskus betonte, dass Abtreibung "eine schwere Sünde" sei, allerdings gebe es "keine Sünde, "die von der Barmherzigkeit Gottes nicht erreicht und nicht vernichtet werden kann". Bisher war die Lossprechung in diesem Punkt Bischöfen bzw. speziellen Beichtvätern vorbehalten.

Welttag für die Armen
Im Apostolischen Schreiben kündigte Franziskus auch die Einführung eines "Welttages für die Armen" an. Dieser Tag wird am 33. Sonntag im Jahreskreis gefeiert, so der Papst. Arme sollten "den respektvollen und aufmerksamen Blick" ihrer Mitmenschen auf sich spüren, hieß es im Schreiben. "Wir sind aufgerufen, eine Kultur der Barmherzigkeit wachsen zu lassen, die darauf gründet, die Begegnung mit den anderen wiederzuentdecken", schrieb der Papst.

In dem 35-seitigen Dokument hob Franziskus die Notwendigkeit hervor, die Barmherzigkeit weiterhin im Mittelpunkt des kirchlichen Lebens zu behalten. Barmherzigkeit dürfe "im Leben der Kirche nicht ein bloßer Einschub sein", sondern sie sei "ihr eigentliches Leben".

Das von Franziskus am 8. Dezember 2015 gestartete Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das am Sonntag mit der Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom zu Ende ging, habe 21,2 Millionen Pilger nach Rom gelockt, berichtete der für die Organisation des Pilger-Jahres zuständige Kurienerzbischof Rino Fisichella bei einer Pressekonferenz am Montag. Die stärkste ausländische Pilgergruppe stammte aus dem deutschsprachigen Raum, gefolgt von den USA, Polen und Russland. Pilger aus 156 Ländern der Welt seien in Rom eingetroffen. "Man kann wirklich sagen, dass die ganze Welt Rom besucht hat", berichtete Fisichella.

Fisichella dankte der Polizei in Rom für ihren Einsatz zur Sicherheit der Pilger. Tausende Soldaten und Polizisten sorgten für einen reibungslosen Verlauf des Heiligen Jahres. "Die Pilger haben sich in Rom sicher gefühlt", betonte der Kurienerzbischof. Dabei hatte das Jubiläumsjahr angesichts der Terroranschläge in Paris vom November 2015 unter großer Besorgnis begonnen.

Zugleich rügte Fischella die Stadt Rom wegen organisatorischer Mängel und Schmutz, die dem Bild der italienischen Hauptstadt geschadet hätten. "Rom hat eine große Gelegenheit verpasst", sagte Fisichella, im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" (Montag). Rom habe bewiesen, eine sichere Stadt zu sein, die jedoch mit "strukturellen und organisatorischen Grenzen" vor allem im Bereich Sauberkeit und Instandhaltung zu kämpfen habe. Auch an großen Kultur-Events am Rande des Jubiläums habe es gemangelt, kritisierte Fisichella.

 

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