Red-Bull-Verbot für Jugendliche?

Ärzte schlagen Alarm

Red-Bull-Verbot für Jugendliche?

68 % der Jugendlichen in Europa trinken Energy-Drinks. Jetzt überlegt EU Verbot bis 18.

EU-Lebensmittel-Kommissar Vytenis Andriukaitis fordert sogar eine Aktion scharf gegen Energy-Drinks. Wie in seiner Heimat Litauen überlegt er ein Verkaufsverbot der Wachmacher für unter 18-Jährige. Diesen Radikalschritt wünscht sich auch der Lebensmittelverein „Foodwatch“.

Außerdem warnen immer mehr Experten vor den Gesundheitsgefahren von Drinks mit Koffeinzusätzen.

  • Tödliche Belastung: Bernhard Url, Direktor der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, unterstreicht die Folgen von zu viel Koffein: „Es kommt zu erhöhter Herzfrequenz, der Blutdruck wird erhöht“, sagt der gebürtige Steirer. Seine EU-Behörde warnt in ihrem neuen Studienentwurf vor zu starkem Koffeinkonsum – vor allem bei Jugendlichen. Besonders gefährdet seien Menschen mit Herzvorschädigung: „Das kann zum Herzstillstand führen, und letztlich zum Tod.“
  • Viel Show, wenig dahinter: Das Rezept von Red Bull und den anderen Drinks ist einfach: Wasser, Zucker und Koffein sind die Hauptbestandteile. Hinzu kommen Aromen und „leistungssteigernde“ Stoffe wie Taurin oder Inosit. Die Wirksamkeit ist nicht belegbar.
  • Jugend greift zur Dose: Das Konzept geht – nicht zuletzt wegen attraktiver Werbung – trotzdem auf: 68 Prozent der Jugendlichen in Europa konsumieren Energy-Drinks. 24 Prozent greifen vier Mal pro Woche zur Dose oder trinken über einen Liter auf einmal. Doch: Schon mit einer Halbliterdose überschreitet ein 12-jähriger Bub die empfohlene Tagesdosis an Koffein. Red Bull reagierte auf die schriftliche Interviewanfrage von ÖSTERREICH bisher nicht.

(küe)

Foodwatch: "Gefahr von Überdosierung ist groß"

ÖSTERREICH: Was halten Sie von einem Verkaufsverbot für Jugendliche?
Oliver Huizinga: Das ist sehr sinnvoll. Aber lange auf einen EU-Kompromiss zu warten, das geht nicht. Die zuständigen Minister sollen sofort für einen effektiven Jugendschutz sorgen. Das ist ihre Aufgabe.

ÖSTERREICH: Ab wann werden Energy-Drinks für Jugendliche bedenklich?
Huizinga: Das kann man zurzeit noch gar nicht beantworten, denn viele Daten fehlen. Die EFSA hat sich im Moment auf 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag geeinigt. Die Gefahr der Überdosierung ist groß. Jedes Kind kann sich palettenweise Dosen im Supermarkt kaufen.

ÖSTERREICH: Welche Rolle spielt die Werbung?
Huizinga: Es ist unverantwortlich, dass Unternehmen mit Leistungssteigerung und Athleten für Produkte werben, vor denen Mediziner warnen. Gerade der Konsum vor starker Anstrengung ist ja bedenklich. Aber genau damit wirbt z. B. Red Bull.

(küe)

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