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"Einfach Knie zusammenhalten"

Richter verspottete Vergewaltigungsopfer

Wegen seiner unangebrachten Äußerungen muss er sich nun vor Gericht verantworten.

Ein kanadischer Bundesrichter muss sich vor Gericht verantworten, weil er unangebrachte Äußerungen gegenüber einem Vergewaltigungsopfer von sich gegeben hatte. So hatte er die junge Frau gefragt, warum sie nicht einfach ihre Beine zusammengedrückt hätte. Der mutmaßliche Vergewaltiger wurde freigesprochen.

Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2014, als der Mann noch bei einem Provinzgericht tätig war. Laut Berichten der BBC soll der "Canadian Judicial Council" nun in einer Anhörung darüber entscheiden, ob der Richter aus dem Amt enthoben werden soll.

"Stereotypische Annahmen"

Der Richter habe der 19-Jährigen Fragen gestellt, die auf "widerlegten und stereotypischen Annahmen" darüber basierten, wie sich ein Vergewaltigungsopfer zu verhalten habe.

Die junge Frau, die auf einer Party in Calgary im Badezimmer vergewaltigt worden war, musste sich Aussagen wie "Warum haben Sie nicht einfach Ihre Knie zusammengehalten?" oder "Schmerzen und Sex gehören manchmal zusammen" anhören.

Den mutmaßlichen Vergewaltiger sprach der Skandal-Richter jedoch frei. Die Anwälte der jungen Frau gingen in Berufung - nun wird der Fall neu aufgerollt.

Entschuldigung

Dennoch wurde der Richter nach diesem Fall zum Bundesrichter befördert. Im Rahmen seiner Anhörung soll er sich nun bei dem Vergewaltigungsopfer entschuldigen. Inzwischen habe er mit Psychologen und Experten zum Thema sexueller Missbrauch zusammengearbeitet, berichtet die BBC.

Er werde alles tun, sich zu verbessern und dazuzulernen, ließ er mitteilen. Bis zum Ende seiner Anhörung darf er jedenfalls keine weiteren Fälle verhandeln.



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