Riesenvogel A380 in Singapur notgelandet

Triebwerkschaden

Riesenvogel A380 in Singapur notgelandet

Trümmer fielen vom Himmel, ein Triebwerk brannte. Der A380 musste notlanden.

An Bord der Passagiermaschine vom Typ Airbus A380, die nach einem Triebwerksschaden Donnerstag früh auf dem Flughafen Singapur notgelandet ist, haben sich auch neun Passagiere aus Österreich befunden. Qantas erklärte, keiner der 459 Menschen an Bord sei verletzt worden. Eines der vier Triebwerke sei über Westindonesien ausgefallen. Es habe keine Explosion an Bord gegeben.



Augenzeugen berichteten zunächst von Explosion

Zuvor hatten Augenzeugen auf der indonesischen Insel Batam in der Nähe von Singapur gesagt, sie hätten eine Explosion gehört und Trümmerteile durch die Luft fliegen sehen. Ein indonesischer Fernsehsender zeigte Metallteile, von denen einige die Größe einer Tür hatten. "Ich hörte eine gewaltige Explosion gegen 09.15 Uhr und sah ein niedrig fliegendes Passagierflugzeug mit Rauch an einer Tragfläche", sagte der Augenzeuge Rusdi dem Fernsehsender. "Trümmer fielen auf mein Haus."

Aschewolke schuld an Schaden?
Das indonesische Transportministerium hat Spekulationen über einen Zusammenhang zwischen den Triebwerksproblemen und dem Vulkanausbruch auf Java zurückgewiesen. Die Qantas-Maschine, die am Donnerstag in Singapur notlandete, sei aus London gekommen und nie über das Vulkangebiet geflogen, sagte der Sprecher des Transportministeriums, Bambang Ervan, am Donnerstag.

 Im Internet wurde vermutet, Asche aus dem Vulkan Merapi auf der Insel Java könne in das Triebwerk geraten sein. Der Vulkan ist seit fast zwei Wochen aktiv und schleudert hohe Aschefontänen in die Luft. "Das ist sehr spekulativ", sagte Bambang Ervan. "Diese Maschine ist nie über das von den Eruptionen betroffene Gebiet geflogen." Der Merapi bei Yogyakarta liegt mehr als 1.200 Kilometer südöstlich von Singapur.
 

Diashow: Explosion in der Luft

Explosion in der Luft

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    Ein indonesischer Fernsehsender zeigte Bilder der am Boden liegenden Metallteile, auf denen ein Teil des rot-weißen Qantas-Symbols zu sehen war:



    459 Menschen an Bord
    Der Airbus A-380 mit 433 Passagieren und 26 Besatzungsmitgliedern war auf dem Weg nach Sidney. Er kehrte um und landete wieder in Singapur. Während der Notlandung strömte an der Unterseite des Flugzeugs Rauch aus. Eines der Triebwerke an der linken Tragfläche sah aus, als sei es explodiert. Sechs Feuerwehrwagen eilten nach der Landung zu dem Flugzeug.

    Niemand verletzt
    Die australische Regierung versicherte, bei der Notlandung sei niemand zu Schaden gekommen. "Das Flugzeug ist ohne Zwischenfälle am Changi-Flughafen gelandet, und kein Passagier oder Besatzungsmitglied ist verletzt", erklärte das Außenministerium. Die notgelandete Maschine kam ursprünglich aus London. Qantas Airways hat alle Flüge mit dem Airbus A380 gestoppt. Auch Singapore Airlines stellt die Airbus-Flüge ein. Rolls Royce, der Triebwerkhersteller, hat eine Untersuchung eingeleitet.

    Größter Passagierjet der Welt

    Der Airbus 380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt. Als erste Fluggesellschaft stellte Singapore Airlines die Maschine im Oktober 2007 in den Dienst. Der Jungfernflug ging von Singapur nach Sydney. Die AUA-Mutter Lufthansa erhielt ihren ersten A-380-Airbus im Frühsommer dieses Jahres.

    Als erstes Langstreckenflugzeug verbraucht der Jumbo pro Passagier und pro 100 Kilometer nur drei Liter Kerosin. Die Betriebskosten sollen rund 20 Prozent unter denen bisheriger Großraumflugzeuge liegen.

    Das 72,7 Meter lange Großraumflugzeug mit einem maximalen Startgewicht von 569 Tonnen ist zweistöckig, mit Sitzen auf beiden Etagen. Das Cockpit befindet sich zwischen den Ebenen. Auf Wunsch können die Maschinen mit großzügigen Unterhaltungs- oder Schlafmöglichkeiten für Fluggäste ausgestattet werden. Laut Airbus kann die A380 40 Prozent mehr Passagiere transportieren als der Konkurrent Boeing-Jumbo B747 und ist dabei nur etwa halb so laut.

    In der Basisversion der Maschine finden 555 Fluggäste Platz, in der Ausführung für die Lufthansa gibt es auf den zwei Decks Sitze für 526 Passagiere. Das vierstrahlige Flugzeug mit einer Spannweite von 79,8 Metern kann 15.400 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen - also nonstop Verbindungen zwischen den wichtigsten Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Asien bewältigen.

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