Seenotretter-Kapitän: "Baby-Hitler-Sager ging zu weit"

Verein "zu linksradikal"

Seenotretter-Kapitän: "Baby-Hitler-Sager ging zu weit"

Laut Berichten der 'Welt' trennte sich Kapitän Claus-Peter Reisch von der NGO 'Mission Lifeline' – Der Grund: Nach dem 'Baby-Hitler'-Eklat will er nichts mehr mit dem Verein zu tun haben.

Claus-Peter Reisch war lange Zeit als Kapitän für die Seenotrettungs-Organisation "Mission Lifeline" tätig. Laut Berichten der "Welt" soll er sich jetzt jedoch von der NGO getrennt haben – Der Grund: die "politische Agitation" der Organisation. Der Eklat rund um die "Baby-Hitler"-Aussage gegenüber dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz soll das Fass schließlich zum Überlaufen gebracht haben. "Ich kann mich nicht mit Aussagen gemeinmachen, wie etwa der österreichische Kanzler Sebastian Kurz sei ein Baby-Hitler. Da bin ich nicht dabei", sagte Reisch gegenüber der "Welt". 

© dpa/Johannes Filous

Reisch wäre aus Menschlichkeit als Seenotretter tätig gewesen. Die politischen Agenden seien ihm "viel zu linksradikal". Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte in Zukunft wieder Seenotrettungsmissionen zu fahren, meinte der Ex-Kapitän, dass er es sich schon vorstellen könnte, zuvor jedoch einige "juristische Baustellen" abschließen wolle.

Gerichtsprozess in Malta

Der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" ist am Dienstag in Malta in einem Berufungsverfahren nach Angaben der Hilfsorganisation freigesprochen worden. Claus-Peter Reisch hatte das Schiff mit mehr als 230 Migranten im Juni 2018 in maltesische Gewässer gesteuert. Ihm war vorgeworfen worden, das Boot sei nicht richtig registriert gewesen. Er war in erster Instanz letztes Jahr zu einer Geldstrafe von 10 000 Euro verurteilt worden. Der jetzige Freispruch sei "unglaublich überraschend", sagte der Sprecher der Dresdner Organisation Mission Lifeline der Deutschen Presse-Agentur.
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