Spektakulärer Raub in Verbotener Stadt

China

Spektakulärer Raub in Verbotener Stadt

Ein einzelner Mann gelang ein dreister Diebeszug im Palastmuseum.

Bei einem spektakulären Diebstahl aus dem streng gesicherten Kaiserpalast in Peking sind historische Ausstellungsstücke im Wert von einigen Millionen Euro entwendet worden. Es handelt sich vor allem um sechs goldene und silberne Puderdosen mit Edelsteinen und eine Handtasche mit Gold. Es waren Leihgaben des Hongkonger Liangyi-Museums, wie das Palastmuseum in Peking am Mittwoch nach Angaben chinesischer Staatsmedien berichtete. Ob weitere antike Gegenstände gestohlen wurden, wird noch untersucht.

Rund 100 Millionen Euro Schaden
Erste Berichte, dass der Wert der Beute angeblich bis zu eine Milliarde Yuan (107 Millionen Euro) ausmache, wiesen Verantwortliche zurück. "Nicht so viel wie eine Milliarde Yuan, aber mindestens Zig-Millionen", sagte Kurator Wang Xiahong vom Liangyi-Museum laut Online-Ausgabe der "China Daily". Der Dieb hatte sich offenbar nach Schließung des streng gesicherten Palastmuseums in der Verbotenen Stadt am Sonntagabend in den Räumen versteckt.

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Mio-Raub in der Verbotenen Stadt

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    Täter flüchtig

    Ein Arbeiter habe den Mann Stunden später entdeckt. Als er ihn zur Rede stellen wollte, flüchtete der Täter. Trotz eines Großalarms, bei dem auch paramilitärische Sicherheitskräfte mobilisiert wurden, konnte der Dieb entkommen. Zwei Gegenstände seien später leicht beschädigt gefunden worden. Der Sprecher des Palastmuseums, Feng Nai'en, entschuldigte sich bei dem Liangyi-Museum und übernahm die volle Verantwortung für den "bedauerlichen Vorfall".

    Der Diebstahl zeige, dass das Museum "ein paar Sicherheitsprobleme haben könnte", zitierte ihn die Nachrichtenagentur Xinhua. Es war der erste Diebstahl aus dem Kaiserpalast seit zwei Jahrzehnten. Jetzt würden aber die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Alle Abteilungen seien auch angewiesen worden, sämtliche Ausstellungen und Lagerräume daraufhin zu überprüfen, ob noch weitere Wertgegenstände gestohlen wurden.

    Kurator geschockt
    Der Kurator des Liangyi-Museums zeigte sich "geschockt" über den Raub, zeigte aber Verständnis. "Der Zwischenfall war nicht vorhersehbar", sagte Wang Xiahong laut Xinhua. "Es ist passiert, und ich hoffe, dass das Palastmuseum sich nicht allzu schuldig fühlt." Die Ausstellung wurde vorübergehend geschlossen, soll aber bald wieder für Publikum zugängig sein. Weitere Ausstellungsräume in dem östlichen Teil des Museums wurden zunächst auch gesperrt.

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