Sudan

Trotz Todesopfer

Sudan: Demonstranten wollen weiter auf die Straße gehen

Trotz der sehr angespannten Lage zwischen Militärregierung und Opposition wollen viele Menschen weiterhin für einen politischen Neuanfang demonstrieren.

Khartum. Trotz des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten wollen viele Menschen im Sudan weiter für einen politischen Neuanfang protestieren. Sie fordern die regierenden Generäle auf, die Macht an eine zivile Übergangsregierung abzugeben.

"Wir wollen rausgehen und wieder protestieren", sagte Amar Mohammed al-Hassan, ein 18-jähriger Demonstrant, der Deutschen Presse-Agentur. Ein 23-Jähriger erklärte, die Revolution sei nicht gescheitert. "Es hat gerade erst angefangen", sagte Ali Idris.
 
Beide Männer waren bei der gewaltsamen Auflösung der großen Sitzblockade im Zentrum Khartums Anfang des Monats verletzt worden. Nach Angaben eines Ärzteverbandes wurden bei der Räumung mehr als 100 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt, die Behörden sprachen hingegen von 61 Toten. Die Sitzblockade hatte maßgeblich zum Sturz des Langzeitmachthabers Omar al-Bashir im April beigetragen.
 
Am Dienstag blieben viele Geschäfte in Khartum infolge eines Streikaufrufs der Opposition geschlossen. Das Gewerkschaftsbündnis SPA will mit dem Streik Druck auf die Generäle ausüben. Die Regierung hielt an der weitgehenden Abschaltung des Internets fest.
 
Bashir, der das Land drei Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert hatte, war im April von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren wegen einer Wirtschaftskrise monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seit dem Putsch bemühen sich Militär und Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Der Sudan im Nordosten Afrikas gehört zu den 25 ärmsten Staaten der Welt.
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