Im Zuge der anhaltenden Proteste im Iran droht laut Menschenrechtsorganisationen erstmals seit Beginn der Demonstrationen eine Hinrichtung. Der 26-jährige Erfan Soltani soll bereits am Mittwoch exekutiert werden.
Erfan Soltani, ein 26-jähriger Bekleidungshändler aus Fardis in Zentraliran, wurde laut Menschenrechtsgruppen vergangene Woche in seinem Zuhause festgenommen.
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Todesstrafe nach Protestteilnahme
Ihm wird vorgeworfen, an einer Anti-Regierungs-Demonstration teilgenommen zu haben. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme sei ihm die Todesstrafe mitgeteilt worden. Vor seiner geplanten Hinrichtung soll ihm lediglich ein zehnminütiger Abschied von seiner Familie erlaubt werden.
Familie vermisste ihn tagelang
Nach Angaben der in den USA ansässigen Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) gehört Soltani zu mehr als 10.700 Menschen, die seit Beginn der Proteste am 28. Dezember festgenommen wurden. Die Organisation Hengaw spricht von einem beispiellosen Vorgehen der Justiz. Soltanis Familie habe tagelang keinerlei Informationen über seinen Verbleib erhalten, bevor sie über Festnahme und Todesurteil informiert worden sei, wie die Daily Mail am Dienstagabend berichtet.
Über 2000 Tote
Zeitgleich berichten Aktivisten von einer massiven Eskalation der Gewalt. Laut einem iranischen Regierungsvertreter kamen bei den Protesten rund 2.000 Menschen ums Leben. Die in Norwegen ansässige NGO Iran Human Rights geht nach eigenen Angaben von mehr als 6.000 Todesopfern aus. Augenzeugen schildern Straßenzüge als „Kriegszonen“, Sicherheitskräfte sollen mit Sturmgewehren auf unbewaffnete Demonstranten schießen.
"Feinde Gottes"
Das iranische Regime stuft Demonstrierende laut Opposition zunehmend als „Feinde Gottes“ ein – ein Vorwurf, der mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Kritiker sprechen von Scheinprozessen, die gezielt zur Abschreckung eingesetzt würden. Nach Angaben des National Council of Resistance of Iran (NCRI) wurden allein im Jahr 2025 mehr als 2.200 Menschen in 91 Städten hingerichtet.