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Ukraine-Krieg

Erstmals Zahlungsausfall bei russischem Unternehmen

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Erstmals seit dem Einmarsch in die Ukraine hat eine europäische Gläubigervereinigung den Zahlungsausfall eines russischen Unternehmens festgestellt.  

Bei einer von der Russischen Eisenbahn ausgegebenen Anleihe sei ein Zahlungsversäumnis ("failure to pay") festgestellt worden, wie das EMEA Credit Derivatives Determinations Committee am Montag mitteilte, dem einige der weltgrößten Investmentbanken angehören.

Es geht um ein Darlehen in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken (246 Mio. Euro) mit Fälligkeit 2026. Bank of America, Goldman Sachs und JPMorgan Chase sind einige der Ausschussmitglieder, die einen Zahlungsausfall sehen.

Westliche Sanktionen

Die westlichen Sanktionen gegen Russland nach der Invasion in der Ukraine am 24. Februar haben die dortige Wirtschaft unter Druck gesetzt. Seither wird gerätselt, ob die Unternehmen und Staat ihren Zahlungsverpflichtungen noch nachkommen können und ob den westlichen Kreditgebern hohe Abschreibungen drohen. Die Eisenbahn erklärte, sie habe versucht, die am 14. März fällig gewordenen Zinszahlungen zu leisten. Sie sei aber aufgrund "rechtlicher und regulatorischer Verpflichtungen innerhalb des Korrespondenzbankennetzes" dazu nicht in der Lage gewesen, heißt es in einer Mitteilung, die von der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange veröffentlicht wurde.

Der Kreml erklärte, Russland habe die notwendigen Mittel, um seine Schulden zu bezahlen. "Es kann nur eine technische, von Menschen verursachte Zahlungsunfähigkeit geben", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zu Reportern. "Es gibt keine objektiven Gründe für einen solchen Ausfall. Russland hat alles, was es braucht, um alle seine Verpflichtungen zu erfüllen."

Wirtschaftlicher Druck auf Russland

Die USA erhöhten zuletzt den wirtschaftlichen Druck auf Russland wegen der Invasion in der Ukraine. Das Finanzministerium hinderte die russische Regierung vergangene Woche daran, fällige Zahlungen von mehr als 600 Millionen Dollar (552 Mio. Euro) an ihre Gläubiger aus den bei US-Banken gehaltenen Devisenreserven zu leisten. Die von der russischen Zentralbank gehaltenen Reserven waren nach Kriegsbeginn eingefroren worden, doch durfte Moskau bisher für Zahlungen auf in Dollar lautende Staatsanleihen noch darauf zurückgreifen.

Mit der Blockade soll der Kreml zu einer Entscheidung gezwungen werden: Die Dollar, auf die er im Inland zugreifen kann, entweder für Zahlungen an seine Gläubiger zu nutzen oder für andere Zwecke wie die Finanzierung des Krieges einzusetzen.
 

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