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Bereits mehr als 2.100 Bewohner von Mariupol getötet

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In der von russischen Truppen belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind laut Stadtverwaltung seit Beginn der russischen Offensive bereits 2.187 Einwohner getötet worden.  

Die russischen "Besatzer greifen zynisch und absichtlich Wohngebäude und dicht bevölkerte Gebiete an und zerstören Kinderkrankenhäuser und städtische Einrichtungen", erklärte die Stadtverwaltung am Sonntag im Internetdienst Telegram. Rund um Kiew gab es am 18. Tag der Invasion heftige Gefechte.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) berichtete von katastrophalen Bedingungen für die noch rund 300.000 in Mariupol eingeschlossenen Zivilisten. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen warnte vor einer "unvorstellbaren Tragödie". Die Stadt liegt etwa 55 Kilometer von der russischen Grenze und 85 Kilometer von der Separatistenhochburg Donezk entfernt. 2014 hatten pro-russische Separatisten die Hafenstadt kurzzeitig besetzt, bevor sie von der ukrainischen Armee zurückerobert wurde. Sollte Mariupol nun fallen, würde dies den Zusammenschluss der russischen Truppen mit Einheiten aus der Krim und dem Separatistengebiet im Donbass ermöglichen.

35 Tote bei Lemberg

Russland verübte unterdessen erstmals auch einen folgenreichen Raketenangriff in unmittelbarer Nähe der polnischen Grenze. Am Sonntag starben mindestens 35 Menschen bei der Attacke auf einen Truppenübungsplatz unweit der Stadt Lwiw. 134 weitere wurden nach ukrainischen Angaben verletzt. Dabei könnte es sich um einen gezielten Schlag auf einen der Verteilungspunkte für ankommende Waffenlieferungen aus dem Westen an die Ukraine gehandelt haben, betonte Oberst Markus Reisner, Leiter der Entwicklungsabteilung der Theresianischen Militärakademie, gegenüber der APA. "Dafür spricht der Einsatz einer hohen Anzahl an seegestützten präzisen Marschflugkörpern."

 Nach Meinung von Oberst Reisner zeigt "die hohe Anzahl der verwendeten Raketen, dass die Russen sicher sein wollten, das Ziel zu zerstören". Betrachte man die Verbindungsstraßen aus Polen in Richtung Lwiw, so falle auf, dass Jaworiw "verkehrstechnisch optimal für die Anlieferung der Waffen liegt". "Hier können die Transporte aus Polen umgeladen werden und in kleinen Mengen weiterverbracht werden."

Der Übungsplatz Jaworiw ist nur rund 15 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernt. Auf ihm waren zumindest vor dem Krieg viele NATO-Ausbilder aktiv. Videos und Fotos zeigten schwere Zerstörungen. Gebietsgouverneur Maxim Kozitsky zufolge wurden mehr als 30 Raketen abgefeuert. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow forderte nach dem Angriff erneut eine Flugverbotszone über dem Land.
 

Bereits mehr als 2.100 Bewohner von Mariupol getötet
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Heftige Kämpfe bei Kiew

Rund um die ukrainische Hauptstadt gab es nach ukrainischen Angaben heftige Kämpfe in den Ortschaften Irpin und Makariw. Ähnlich sei die Lage auch in anderen Dörfern, die humanitäre Lage werde immer schlechter. Allein am Samstag seien etwa 20.000 Menschen evakuiert worden.

 

Kiew
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Im Süden sammele sich russisches Militär an der Industriegroßstadt Krywyj Rih mit über 600.000 Einwohnern. Die Angaben waren unabhängig nicht überprüfbar. In der südukrainischen Hafenstadt Mykolajiw wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Witali Kim am Sonntag mindestens neun Menschen bei Luftangriffen getötet.

Humanitäre Notlage

Die NATO erwartet eine weitere Verschärfung der Kämpfe und der humanitären Notlage. "Wir sehen mit Schrecken die steigenden Zahlen ziviler Opfer und die sinnlose Zerstörung durch die russischen Kräfte", sagte der Generalsekretär der Militärallianz, Jens Stoltenberg, der Zeitung "Welt am Sonntag". Die Menschen in der Ukraine widersetzten sich der Invasion mit Mut und Entschiedenheit, "aber die kommenden Tage werden wahrscheinlich noch größere Not bringen", warnte er.

Stoltenberg lehnte erneut Forderungen ab, die NATO solle eine Flugverbotszone über der Ukraine durchsetzen. Das würde bedeuten, dass russische Kräfte angegriffen werden müssten. "Und damit würde man eine direkte Konfrontation und eine unkontrollierbare Eskalation riskieren. Wir müssen diesen Krieg beenden und ihn nicht noch ausweiten." Die NATO sei eine defensive Allianz. "Wir suchen keinen Konflikt mit Russland."

Erste Statthalterin eingesetzt

In der südukrainischen Stadt Melitopol setzte Russland erstmals in einem eroberten Gebiet eine eigene Statthalterin ein. Die Lokalabgeordnete Halyna Daniltschenko rief die Einwohner auf, sich "an die neue Realität" anzupassen. Zugleich verlangte sie, die Menschen sollten nicht mehr gegen die russischen Besatzungstruppen demonstrieren. Melitopols Bürgermeister Iwan Fedorow war zuvor nach Kiewer Angaben von der russischen Seite verschleppt worden - wie auch der Bürgermeister der Kleinstadt Dniprorudne.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte Kollaborateuren Russlands in der Ukraine mit dem Tod. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer in der Nacht auf Sonntag veröffentlichten Videobotschaft. "Das Urteil lautet, mehr als 12.000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte." Zuletzt hieß es von ukrainischer Seite, dass mehr als 12.000 russische Soldaten in dem Krieg in der Ukraine getötet worden seien.
 

oe24 berichtet LIVE über die aktuellen Ereignisse


 
 

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 21:05

UNO fordert Ende von Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen

Mehrere UNO-Organisationen haben ein Ende der Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine gefordert. "Der Angriff auf die Schwächsten - Babys, Kinder, schwangere Frauen und Menschen, die bereits an Krankheiten leiden, sowie auf das Gesundheitspersonal, das sein eigenes Leben riskiert, um Leben zu retten - ist ein Akt skrupelloser Grausamkeit", erklärten die Leiter des Kinderhilfswerks UNICEF, des Bevölkerungsfonds und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine verzeichneten die Organisationen 31 Angriffe auf das Gesundheitswesen. Bei 24 der gemeldeten Angriffe wurden Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört, und in fünf Fällen wurden Krankenwagen getroffen. Insgesamt seien bei diesen Angriffen zwölf Menschen getötet und 34 weitere verletzt worden. Die Organisationen forderten einen sofortigen Waffenstillstand.

Unter anderem hatten die russischen Truppen ein Kinderkrankenhaus in Mariupol bombardiert. Dabei starben nach ukrainischen Angaben drei Menschen.

 20:51

IWF hält Zahlungsausfall Russlands für "nicht mehr unwahrscheinlich"

Angesichts der weitgehend blockierten Moskauer Devisenreserven ist ein Zahlungsausfall Russlands in Bezug auf seine Schulden im Ausland nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) "nicht mehr unwahrscheinlich". Gravierende Auswirkungen auf das weltweite Finanzsystem seien im Fall einer Staatspleite Russlands aber wenig wahrscheinlich.

Wegen der infolge des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten Sanktionen drohe Russland eine "tiefe Rezession", warnte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Sonntag im Gespräch mit dem TV-Sender CBS. Die Abwertung der Landeswährung, des Rubels, habe schon jetzt dazu geführt, dass die Kaufkraft der Menschen in Russland "bedeutend geschrumpft" sei.

 19:46

Kirchenführer in Montenegro: Westen ist am Krieg schuld

Der oberste Würdenträger der serbisch-orthodoxen Kirche in Montenegro, Joanikije, schreibt dem Westen die Schuld am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu. "Der Kampf dauert seit über hundert Jahren an, seitdem das Übel der Gottlosigkeit, des Atheismus und des Kommunismus aus dem protestantischen Europa zu uns gekommen ist", sagte der Metropolit am Sonntag in einer Predigt in der serbisch-orthodoxen Kathedrale der Hauptstadt Podgorica.

Die Gläubigen müssten nun "Mitleid empfinden für das orthodoxe Volk in der Ukraine, zu Gott beten für dieses Volk, das leider miteinander in Streit geraten ist". Den Montenegrinern sei dies nicht fremd. Auch in dem kleinen Balkanland gebe es Spaltungen und Streitigkeiten. "Selbst für Montenegro gibt es den Plan, es zu einer kleinen Ukraine zu machen", sagte Joanikije.

Die serbisch-orthodoxe Kirche, zu der sich die meisten Gläubigen im Land bekennen, wird von der Mutterkirche in Serbien gesteuert. Sie erkennt die staatliche Identität Montenegros nicht an, das seit 2006 unabhängig von Serbien ist. Daneben gibt es die kleine Montenegrinisch-Orthodoxe Kirche, die sich selbst als unabhängig ansieht, von der Weltorthodoxie aber nicht anerkannt ist. Von der Politik wurde in den vergangenen Jahren aber die kleine unabhängige Kirche favorisiert, wodurch die Serbisch-orthodoxe Kirche politisch unter Druck geraten war.

 19:27

Ukraine-Konzert ist ausverkauft

Benefiz-Konzert „We stand with Ukraine“ im Happel-Stadion ist restlos ausverkauft. Die Message von Konzert-Manager Ewald Tatar, der auf den Spuren von Bob Geldofs Band Aid wandelt, ist kurz: „Sold out – Danke – Thank you“, postete er am Sonntagabend zum Benefiz-Konzert „We stand with Ukraine“.

 18:59

Russland: Separatisten fanden Massengrab

Russland und die mit Moskau verbündeten Separatisten haben der ukrainischen Armee schwere Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Einheiten der selbst ernannten "Volksrepublik" Luhansk entdeckten nach eigenen Angaben bei ihrem Vormarsch ein Massengrab. Sie beschuldigten ukrainische Truppen, Zivilisten als Schutzschilder missbraucht und diejenigen getötet zu haben, die sich widersetzten. Für die russischen Vorwürfe gibt es keine Belege.

 17:46

Selenskyj besuchte Verwundete in Militärkrankenhaus

Erstmals seit Kriegsbeginn hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sichtbar für die Öffentlichkeit seinen Amtssitz verlassen und Verwundete in einem Militärkrankenhaus besucht. Dabei verlieh der Staatschef den Soldaten Orden und ließ Fotos mit sich machen. "Werdet gesund. Ich wünsche euch Kraft. Ihr seid Prachtkerle!", sagte Selenskyj in dem am Sonntag in Sozialen Netzwerken veröffentlichten Video zu den Patienten.

Bisher hatte Selenskyj nur Fotos und Videos geteilt, die ihn in seinem Büro oder vor dem Amtssitz zeigen. In russischen Medien waren daher immer wieder Spekulationen laut geworden, dass sich der 44-Jährige nicht in der Hauptstadt Kiew befindet.

 17:19

Bürgerrechtler: Über 600 Festnahmen bei neuen Protesten in Russland

Bei neuen Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine sind in Russland nach Angaben von Bürgerrechtlern landesweit mehr als 600 Menschen festgenommen worden. Insgesamt seien am Sonntag Demonstranten in mehr als 30 russischen Städten auf die Straßen gegangen, teilte die Organisation Owd-Info am Abend mit. Das russische Innenministerium sprach von etwa 300 Festnahmen bei den nicht genehmigten Kundgebungen allein in der Hauptstadt Moskau.

Aktionen gab es etwa auch in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands und in Irkutsk am Baikalsee. Bilder und Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Menschen von Polizisten mit Schutzhelmen und schwerer Ausrüstung weggezerrt wurden. Es gab auch Videos aus dem Inneren von völlig überfüllten Gefangenentransportern.

Insgesamt wurden den Angaben von Owd-Info seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar mehr als 14.100 Menschen festgenommen. Auch der inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny hatte seine Landsleute aufgerufen, gegen den Krieg auf die Straße zu gehen.

 16:57

USA nach Angriff bei Lwiw: Werden NATO-Gebiet verteidigen

Nach dem russischen Raketenangriff nahe der polnischen Grenze hat das US-Verteidigungsministerium nochmals betont, dass die Vereinigten Staaten und die Bündnispartner das Gebiet der NATO-Staaten im Angriffsfall verteidigen werden. "Ein bewaffneter Angriff gegen einen wird wie ein bewaffneter Angriff auf alle bewertet", sagte Sprecher John Kirby am Sonntag dem TV-Sender ABC mit Blick auf die Beistandspflicht der NATO-Partner.

Dies sei auch der Grund, wieso die US- und NATO-Streitkräfte ihre Präsenz an der östlichen Grenze des Bündnisgebiets verstärkten, sagte er. "Und wir haben es gegenüber Russland sehr klar gemacht, dass NATO-Gebiet verteidigt werden wird, nicht nur durch die Vereinigten Staaten, sondern auch durch unsere Verbündeten", sagte Kirby. Er verwies darauf, dass es eine bestehende Leitung zum russischen Verteidigungsministerium gebe, um direkte Konflikte zu vermeiden.

Auch US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan betonte am Sonntag im Gespräch mit dem Sender NBC, dass die USA "jeden Zentimeter des NATO-Gebiets verteidigen werden". Das US-Militär werde aber nicht direkt in der Ukraine eingreifen, um eine Konfrontation mit Russland zu vermeiden, sagte er.

Bei einem Raketenangriff auf einen Truppenübungsplatz unweit der grenznahen ukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) kamen am Sonntagmorgen mindestens 35 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

 16:26

Stadtverwaltung: Bereits mehr als 2.100 Bewohner von Mariupol getötet

In der von russischen Truppen belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol sind nach Angaben der Stadtverwaltung seit Beginn der russischen Offensive bereits mehr als 2.100 Einwohner getötet worden. Die russischen "Besatzer greifen zynisch und absichtlich Wohngebäude und dicht bevölkerte Gebiete an und zerstören Kinderkrankenhäuser und städtische Einrichtungen", erklärte die Stadtverwaltung am Sonntag im Internetdienst Telegram.

Bis Sonntag seien bei russischen Angriffen 2.187 Einwohner von Mariupol getötet worden.

 15:28

USA wollen Ukraine mehr Luftabwehrsysteme zukommen lassen

Die US-Regierung will den ukrainischen Streitkräften im Rahmen der nächsten Waffenlieferungen vor allem Luftabwehrsysteme zukommen lassen. Das sei momentan "der Fokus", sagte US-Präsident Joe Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan am Sonntag dem TV-Sender CNN. Biden hatte erst am Samstag weitere 200 Millionen US-Dollar für Waffenlieferungen bewilligt.

Sullivan sagte dem Sender, die USA würden den Ukrainern keine Kampfflugzeuge zur Verfügung stellen, um eine direkte Konfrontation mit Russland zu vermeiden. Gleichzeitig setze man auf "andere Methoden", um die Ukrainer zu befähigen, den russischen Vormarsch zu bremsen und die ukrainischen Dörfer und Städte zu beschützen.

 15:28

Hunderte Festnahmen bei Protesten in Russland

Bei landesweiten Demonstrationen in Russland gegen den "Militäreinsatz" Moskaus in der Ukraine sind nach Angaben von Aktivisten am Sonntag mehr als 250 Menschen festgenommen worden. Die Polizei habe im Zuge der Proteste in 23 Städten 268 Menschen in Gewahrsam genommen, teilte die Bürgerrechtsplattform OWD-Info mit.

 14:46

Russland und Ukraine sprechen von Verhandlungsfortschritten

Die Verhandlungen Russlands und der Ukraine kommen nach Angaben beider Seiten voran. Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak erklärt in einem online veröffentlichten Video, Russland verhandle konstruktiver als bisher und habe begriffen, dass die Ukraine keine grundsätzlichen Zugeständnisse mache. Er rechne mit ersten Ergebnissen in den kommenden Tagen.

Der russische Unterhändler Leonid Sluzki erklärt der Agentur RIA zufolge, beide Delegationen könnten bald zu einer gemeinsamen Position kommen. Seit Verhandlungsbeginn habe es substanzielle Fortschritte gegeben.

 14:27

Tausende demonstrieren gegen Russland in Cherson

In der eroberten südukrainischen Großstadt Cherson haben örtlichen Medien zufolge Tausende Einwohner gegen die russische Besatzung demonstriert. Die Zeitung "Ukrajinska Prwada" veröffentlichte am Sonntag Fotos und Videos, die zahlreiche Menschen mit ukrainischen Fahnen im Zentrum der Stadt mit rund 300.000 Einwohnern zeigten. In Sprechchören forderten sie den Abzug der russischen Truppen. Die Menge rief "Nach Hause!" und "Cherson ist ukrainisch".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor gewarnt, Russland bereite ein Pseudo-Referendum über die Errichtung einer moskaufreundlichen "Volksrepublik Cherson" vor. Das Muster würde den mittlerweile von Russland als unabhängig anerkannten Separatistengebieten in der Ostukraine ähneln.

In der südukrainischen Stadt Melitopol, wo es wiederholt zu Protesten von Einwohnern gekommen war, haben die russischen Besatzungstruppen mittlerweile Demonstrationen verboten. Dort gilt zudem eine Sperrstunde von 18.00 bis 6.00 Uhr (Ortszeit).

 14:24

US-Journalist in Irpin bei Kiew getötet

Bei einem Angriff in der Ukraine ist ein US-Journalist getötet worden. Ein weiterer US-Journalist sei bei dem Angriff im Vorort Irpin nordwestlich von Kiew verletzt worden, sagte der Chirurg Danylo Schapowalow, der als Freiwilliger vor Ort im Einsatz war. AFP-Reporter in Irpin sahen die Leiche des Getöteten.

Brent Renaud © Twitter

 14:12

Kiew: Russland versucht Blockade der Stadt auch von Osten

Bei ihrem Angriff auf Kiew versuchen die russischen Truppen nach Angaben des ukrainischen Generalstabs, die Hauptstadt auch von Osten zu blockieren. Russische Einheiten hätten die Fernstraße E95 in Richtung der Vororte Browary und Boryspil überquert, teilte der Generalstab in Kiew am Sonntag mit. Nordwestlich und nordöstlich der Millionenstadt sammelten die Angreifer ihre Kräfte für einen Vorstoß.

Die russische Armee ziehe zudem Reserven ein, hieß es aus Kiew weiter. So würden Soldaten in die Ukraine verlegt, die eigentlich zur Friedenssicherung in der von Aserbaidschan und Armenien beanspruchten Kaukasusregion Bergkarabach eingesetzt seien. Auch Söldner aus Syrien und Serbien sollen demnach auf russischer Seite kämpfen. Die ukrainische Führung hat wiederholt betont, die russische Armee habe erhebliche Nachschubprobleme und erleide hohe Verluste. Alle Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

 13:47

Italiener stürmen Supermärkte

Aus Sorge vor steigenden Lebensmittelpreisen und Knappheit bei Weizenprodukten haben Italiener in den letzten Tagen die Supermärkte mehrerer Städte gestürmt. In Neapel, in der Apenninen-Region Abruzzen und Sardinien standen in einigen Supermärkten die Regalen leer, nachdem Personen massenhaften Nudeln, Mehl, Konserven und andere haltbare Produkte eingekauft hatten.

Der Ansturm auf die Supermärkte wurde von Berichten über Lieferungsengpässe bei Getreide aus Russland und der Ukraine angetrieben. Auch Berichte über einen möglichen Frächterstreik gegen die hohen Treibstoffpreise und eine damit verbundenen Lieferungsblockade sorgten für Hamsterkäufe.

 13:47

Kiew bunkert Lebensmittelreserven

Die Stadtverwaltung von Kiew hat nach eigenen Angaben Lebensmittelvorräte für zwei Wochen als Reserve angelegt für den Fall einer Blockade durch russische Truppen. Diejenigen zwei Millionen Einwohner Kiews, die die Stadt noch nicht verlassen hätten, ihre Häuser nicht verlassen haben, "werden nicht ohne Unterstützung sein, wenn sich die Situation verschlechtert", heißt es in einer Online-Erklärung.

 13:20

67 Menschen in Massengrab bei Kiew beigesetzt

Nach heftigen Kämpfen mit russischen Truppen sind in der ukrainischen Stadt Butscha bei Kiew 67 Zivilisten in einem Massengrab beigesetzt worden. Die Nachrichtenagentur Unian veröffentlichte am Sonntag ein entsprechendes Video. Zu sehen ist darin, wie Leichen in schwarzen Plastiksäcken von einem Lastwagen in eine ausgehobene Grube gelegt werden. Im Hintergrund ist eine Kirche zu sehen.

Ukrainische Medien zitierten einen Arzt, wonach nicht alle Leichen identifiziert worden seien. In der nordwestlich von Kiew gelegenen Stadt waren Berichten zufolge Wohnhäuser durch Beschuss zerstört worden.

Ein Video von einem Massengrab in der belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine hatte zuvor weltweit für Schlagzeilen gesorgt und einmal mehr das Leid von Zivilisten in dem von Russland begonnenen Krieg vor Augen geführt. Präsident Wladimir Putin hatte am 24. Februar den Befehl für den Einmarsch ins Nachbarland gegeben.

Die Vereinten Nationen hatten zuletzt den Tod von mehr als 570 getöteten Zivilisten dokumentiert. Die ukrainische Regierung geht aber von weitaus höheren Zahlen aus.

 13:15

Besetzte Teile der Südostukraine leisten Widerstand

Knapp zwei Wochen nach der Eroberung südostukrainischer Städte haben die russische Besatzungstruppen weiterhin große Probleme, die Situation vor Ort vollständig unter Kontrolle zu bekommen, finden weiter pro-ukrainische Demonstrationen statt. Nachdem Versuche scheiterten, Vertreter der lokalen politischen Eliten anzuwerben, mehrten sich Berichte über punktuelle Verhaftungen. Moskau scheint zudem auf in Russland erprobte Unterdrückungsmechanismen zu setzen.

Die Ereignisse der letzten Tage lassen keinen Zweifel mehr, dass sich Russland auf eine längere Besetzung zumindest jener Gebiete im Südosten der Ukraine vorbereitet, die in Ermangelung von vor Ort stationierten ukrainischen Militärverbänden vergleichsweise unblutig erobert werden konnten. Gleichzeitig zeigt, dass trotz einer massiven Präsenz von Einheiten der russischen Nationalgarde sowie des Geheimdiensts FSB bisher kaum Vertreter der lokalen Eliten zu den Russen übergelaufen sind.

Anders als 2014 auf der Krim sowie in den Regionen Donezk und Luhansk ist es Russland innerhalb von zwei Wochen nicht einmal gelungen ist, größere Inszenierungen im öffentlichen Raum zu organisieren, die die russische Rechtfertigung des Kriegs propagandistisch unterstützen würden. Nach Darstellung des Kreml gibt es eine "Denafizierung" der Ukraine. Gerade die mehrheitlich russisch sprechenden Bewohner von Berdjansk und Melitopol in der Region Saporischschja sowie die Regionalhauptstadt Cherson in der gleichnamigen Region müssten demzufolge ihre "Befreiung" von furchtbaren ukrainischen Nationalisten eigentlich groß feiern und russische Truppen mit Blumensträußen begrüßen. Doch in allen genannten Städten finden seit Beginn der Besetzung friedliche Demonstrationen statt in denen Stadtbewohner auch lautstark keinen Zweifel daran lassen, an einer russischen Fremdherrschaft ganz und gar nicht interessiert zu sein.

 13:13

Polen für NATO-Einsatz bei Chemiewaffen

Falls Russlands Präsident Wladimir Putin in der Ukraine Chemiewaffen einsetzen sollte, würde das nach Auffassung von Polens Präsident Andrzej Duda dem Konflikt einen solche Richtungsänderung geben, dass sich die NATO ernsthaft über ihre Reaktion Gedanken machen müsste.

„Wenn er (Putin, Anm.) irgendwelche Massenvernichtungswaffen einsetzt, wird das in der ganzen Sache ein 'Game Changer'",

 13:05

Israel und Türkei sollen vermitteln

Die Ukraine arbeitet einem Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge mit Israel und der Türkei als Vermittlern zu Russland zusammen. Es sollten ein Ort und ein Rahmen für Friedensverhandlungen abgesteckt werden. "Wenn dies geklärt ist, wird es ein Treffen geben. Ich denke, es wird nicht lange dauern, bis wir da sind."

 12:31

Papst: "In Gottes Namen, stoppt dieses Massaker"

Papst Franziskus hat beim Angelus-Gebet am Sonntag einen neuen eindringlichen Appell für Frieden in der Ukraine ausgesprochen. Er erklärte sich erschüttert über die Bilder aus der ukrainischen "Märtyrerstadt" Mariupol. "In Gottes Namen, stoppt dieses Massaker!", urgierte der Papst vor den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen. Viele von ihnen hielten ukrainische Fahnen in der Hand.

Für die "Barbarei der Tötung von Kindern und Zivilisten" gebe es "keine strategische Rechtfertigung", sagte der Papst. Man müsse das Blutbad beenden, bevor Städte zu "Friedhöfen" würden.

Der Heilige Vater plädierte für die Einrichtung "sicherer humanitärer Korridore" und für die Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge. Er dankte für das "Netz der Solidarität", das sich zur Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge gebildet habe. Der Papst rief katholische Diözesangemeinschaften auf, noch mehr für den Frieden zu beten.

 12:29

Russen sollen Ort mit Phosphorbomben angegriffen haben

Russische Truppen sollen bei einem Angriff im Osten des Landes nach Angaben eines örtlichen Polizeivertreters Phosphorbomben eingesetzt haben. Die Ortschaft Popasna rund hundert Kilometer westlich von Luhansk sei in der Nacht von der russischen Armee angegriffen worden, schrieb Polizeichef Oleksij Bilotschyzky am Sonntag im Online-Netzwerk Facebook. Dabei seien auch Phosphorbomben eingesetzt worden. Es gebe "unbeschreibliches Leid und Brände."

Die Angaben konnten von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüft werden. Ebenfalls im Donbass im Osten des Landes wurde in der Nacht auf Sonntag nach ukrainischen Angaben ein Zug mit Flüchtenden angegriffen. Dabei seien in Kramatorsk ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt worden, erklärte Gouverneur Pawlo Kirilenko. Mit dem Zug wollten seinen Angaben zufolge Menschen aus der nahe den pro-russischen Separatistengebieten liegenden Region nach Lemberg (Lwiw) im Westen der Ukraine fliehen.

 11:56

Kiew bunkert Lebensmittelreserven

Die Stadtverwaltung von Kiew hat nach eigenen Angaben Lebensmittelvorräte für zwei Wochen als Reserve angelegt für den Fall einer Blockade durch russische Truppen. Diejenigen zwei Millionen Einwohner Kiews, die die Stadt noch nicht verlassen hätten, ihre Häuser nicht verlassen haben, "werden nicht ohne Unterstützung sein, wenn sich die Situation verschlechtert", heißt es in einer Online-Erklärung.

 11:39

35 Tote bei Angriff auf Militärstützpunkt nahe Lwiw

Bei einem russischen Angriff auf einen Militärstützpunkt nahe der polnischen Grenze sind nach neuesten ukrainischen Angaben mindestens 35 Menschen getötet worden. 134 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf den Stützpunkt in Jaworiw nahe Lwiw (Lemberg) am Sonntag verletzt worden, sagte Regionalgouverneur Maxim Kozitsky. Zuvor war von neun Todesopfern die Rede gewesen. Unterdessen gehen auch die Kämpfe rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew laut ukrainischer Armee weiter.

 11:20

Neun Tote bei Angriffen auf Großstadt Mykolajiw

Bei russischen Angriffen auf die südukrainische Großstadt Mykolajiw sind nach Behördenangaben mehrere Menschen getötet worden. "Neun Menschen starben infolge der Bombardierung durch die Arschlöcher", schrieb der Gouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witalij Kim, am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen. Die Stadt mit knapp 500.000 Einwohnern ist seit Tagen heftig umkämpft. Wenn russische Truppen es schaffen, Mykolajiw zu umgehen oder einzunehmen, stünde ihnen der Landweg in die wichtige südwestukrainische Hafenstadt Odessa offen.

 10:57

Verletzte in ukrainischem Kloster nach Luftangriff

Bei einem Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Swjatohirsk sind in einem Kloster, in dem sich aktuell rund 500 Geflüchtete aufhalten, mehrere Menschen verletzt worden. Wie das Himmelfahrtskloster in der Nacht auf Sonntag weiter auf seiner Website laut Kathpress mitteilte, explodierte eine Fliegerbombe am Samstag gegen 22 Uhr Ortszeit in der Nähe des Klostereingangs, etwa 50 Meter neben der Brücke über den Fluss Siwerskyj Donez.

Die Druckwelle habe viele Fenster und Türen der bedeutenden Abtei der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zerstört. Einige der Verwundeten wurden den Angaben zufolge ins Krankenhaus von Swjatohirsk gebracht, andere im Kloster behandelt. Das Kloster beherbergt demnach 520 Geflüchtete, darunter 200 Kinder. Das Kloster sprach von einem "Luftangriff auf das Swjatohirska Lawra". In der Stadt gebe es keine Militäreinheiten. "Der Schlag wurde einer friedlichen Stadt zugefügt", hieß es.

 10:41

Selenskyj telefonierte erneut mit Bennett

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Samstagabend erneut mit dem israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett telefoniert. "In dem Gespräch, das länger als eine Stunde dauerte, ging es um Wege, die Kämpfe in der Ukraine zu beenden sowie um die Bemühungen Israels in der Sache", teilte Bennetts Büro mit.

Der israelische Rundfunk berichtete am Sonntag ferner, Selenskyj habe Bennett gebeten habe, sich für die Freilassung des Bürgermeisters von Melitopol und anderer ukrainischer Repräsentanten einzusetzen.

 10:37

Heftige Kämpfe bei Kiew

Gefechte rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew gehen nach Angaben der ukrainischen Armee weiter. Es gebe heftige Kämpfe in Irpin und Makariw im Gebiet Kiew, teilte das Militär am Sonntagmorgen mit. Ähnlich sei die Lage auch in anderen Dörfern, die humanitäre Lage werde immer schlechter. Allein am Samstag wurden etwa aus Butscha, Irpin, Hostomel und Worsel nordwestlich von Kiew etwa 20.000 Menschen evakuiert. Die Rettung von Zivilisten sollte fortgesetzt werden.

Im Gebiet Iwano-Frankiwsk im Südwesten der Ukraine seien in der Nacht auf Sonntag mehrere Explosionen zu hören gewesen, heißt es weiter in dem Militärbericht. Der Bürgermeister schrieb bei Facebook von Angriffen auf einen Luftwaffenstützpunkt. Der Flughafen sei bereits das dritte Mal Ziel gewesen. "Ich bitte Euch, seid so vorsichtig wie möglich und passt auf Euch auf", appellierte Ruslan Marzinkiw an die Einwohner seiner Stadt. Er hatte bereits vorher die Anrainer des Flughafens gedrängt, das Gebiet möglichst zu verlassen.

Laut ukrainischer Armee gab es auch im Nordosten im Gebiet um die Stadt Sumy Angriffe. "Friedliche Dörfer" seien mehrfach beschossen worden. Alle Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

 09:42

Neun Tote und 57 Verletzte bei Angriff auf Stützpunkt bei Lemberg

 09:22

19 Krankenwagen verlassen Militärbasis

Nach dem Luftangriff nahe Lemberg (Lwiw) haben 19 Krankenwagen die ukrainische Militärbasis in Jaworiw nahe der polnischen Grenze mit laufenden Sirenen verlassen, wie ein Reuters-Augenzeuge berichtet. Weitere sieben Ambulanzen waren auf dem Weg zu der Einrichtung, die nach ukrainischen Angaben Ziel eines russischen Luftangriffs war.

 09:13

Russland setzt Statthalterin in Melitopol ein

Erstmals hat Russland in einem eroberten Gebiet eine eigene Statthalterin eingesetzt. Die prorussische Abgeordnete Halyna Daniltschenko rief die Einwohner der südukrainischen Stadt Melitopol auf, sich "an die neue Realität" anzupassen. Zugleich verlangte sie, die Einwohner sollten nicht mehr gegen die russischen Besatzungstruppen demonstrieren.

"Trotz unserer Anstrengungen, gibt es noch immer Leute in der Stadt, die versuchen, die Situation zu destabilisieren und Euch zu extremistischen Handlungen auffordern", sagte Daniltschenko in einer Videobotschaft. Sie wolle ein "Komitee der Volksdeputierten" schaffen, das die Stadt mit knapp 150.000 Einwohnern leitet.

 09:04

Flughafen der Sadt Iwano-Frankiwsk unter Beschuss

Der Flughafen der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk wird nach Angaben des Bürgermeisters weiter von russischen Truppen beschossen. Berichte über Opfer liegen zunächst nicht vor.

 08:57

Johnson lädt zum Baltikum-Gipfel

Der britische Premierminister Boris Johnson hat nordeuropäische und baltische Länder zu einem Gipfeltreffen zum Ukraine-Krieg eingeladen. Wie die Regierung in London mitteilte, empfängt Johnson die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer der von Großbritannien angeführten Militärkoalition Joint Expeditionary Force (JEF) am Montag zum Abendessen auf seinem Landsitz Chequers. Am Dienstag sind dann Beratungen in London geplant. Der JEF gehören neben Großbritannien die NATO-Länder Dänemark,

Estland, Island, Lettland, Litauen, die Niederlande und Norwegen an sowie Schweden und Finnland, die nicht Mitglied der NATO sind.

Angesichts der Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin "müssen wir über unser militärisches Fundament hinausgehen", forderte Johnson. "Zusammen mit unseren Partnern an Nord- und Ostsee müssen wir sicherstellen, dass wir uns gegen Russlands Einmischung und die Auswirkungen auf unsere Energieversorgung, Wirtschaft und Werte abschirmen können."

 08:57

Russen versuchen Einkesselung

Die russischen Streitkräfte versuchen nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums die ukrainischen Truppen im Osten des Landes zu umzingeln, indem sie von Charkiw im Norden und Mariupol im Süden vorrücken.

 08:11

Großbritannien bietet Geld für Aufnahme von Flüchtlingen

Großbritannien bezahlt jedem Bürger 350 Pfund (418 Euro) pro Monat, wenn sie Flüchtlingen aus der Ukraine ein freies Zimmer oder eine Wohnung für mindestens ein halbes Jahr zur Verfügung stellen. "Das Vereinigte Königreich steht hinter der Ukraine in ihrer dunkelsten Stunde und die britische Öffentlichkeit versteht die Notwendigkeit, so viele Menschen wie möglich in Sicherheit zu bringen", erklärte Michael Gove, Minister für Wohnungswesen, Gemeinden und Kommunalverwaltung.

Mit dem neuen Programm "Homes for Ukraine" können Kriegsflüchtlinge laut Regierung nach Großbritannien kommen, auch wenn sie keine familiären Bindungen nachweisen können.

 07:57

Selenskyj droht Unterstützern Russlands in seinem Land

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat möglichen "Kollaborateuren und Unterstützern Russlands" in der Ukraine gedroht. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer in der Nacht zu Sonntag veröffentlichten Videobotschaft. "Das Urteil lautet, mehr als 12.000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte."

Zuletzt hieß es von ukrainischer Seite, dass mehr als 12.000 russische Soldaten in dem Krieg in der Ukraine getötet worden seien. Dies ist nicht unabhängig zu prüfen.

 07:56

Weitere Treffen zum Krieg bei der UNO geplant

Bei den Vereinten Nationen sollen kommende Woche weitere Krisensitzungen zum Ukraine-Krieg stattfinden. Beim UNO-Sicherheitsrat stehen am Montag Beratungen über die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf dem Terminplan. Obwohl es sich um ein reguläres Treffen handelt, wird es laut Diplomaten wohl schwerpunktmäßig um die Ukraine gehen. In der Sitzung wird demnach voraussichtlich der polnische Außenminister Zbigniew Rau das Wort ergreifen.

Seit zwei Wochen beraten einige Mitglieder des Sicherheitsrates über einen französisch-mexikanischen Resolutionsentwurf zu humanitärer Hilfe. Sie hatten ursprünglich gehofft, Anfang März über den Text abzustimmen, bisher wurde aber noch kein Datum für eine Abstimmung festgelegt. Am Freitag hatte der chinesische UNO-Botschafter Zhang Jun gesagt, er habe noch keinen endgültigen Text gesehen.