Todeskampf

Wal „Timmy“: Jetzt wird sein eigener Körper zur tödlichen Falle

Der gewaltige Buckelwal "Timmy" liegt vor der Insel Poel fest und kämpft einen aussichtslosen Kampf, doch jede Minute wird zur Qual. Jetzt könnte ihn sein eigener Körper langsam umbringen. 

Vor der Küste von Poel liegt "Timmy" regungslos in der Bucht. Schon von weitem ist sein massiver Rücken im Wasser zu erkennen. Das Problem: Der tonnenschwere Körper liegt seit Wochen auf einer Sandbank auf, und genau das wird ihm zum Verhängnis.

Denn durch sein Eigengewicht drücken seine Organe aufeinander. Der Wal wird buchstäblich von innen erdrückt. Jede Bewegung wird für ihn zur Qual, weil der massive Körper nicht mehr richtig vom Wasser getragen wird. Dadurch drücken die inneren Organe aufeinander, was die Durchblutung beeinträchtigt und Schmerzen verursacht. Auch die Lunge kann schlechter arbeiten. Statt Auftrieb wirkt jetzt nur noch Druck und der wird mit jeder Stunde unerträglicher. 

Wal
© APA/AFP/Greenpeace Germany/DANIE

Seit Wochen geschwächt

Doch das ist nicht das einzige Problem. Seit Wochen findet "Timmy" in der Ostsee kaum Nahrung. Zusätzlich setzt ihm das ungewohnte Wasser zu. Es ist für ihn nicht salzig genug, seine Haut ist bereits aufgequollen. Seine einzige Rettung wäre der Weg zurück in den Atlantik. Doch dieser liegt rund 700 Kilometer entfernt. Eine Strecke, die er nicht mehr schaffen wird.

Vor Ort zeigt sich das Ausmaß des Leidens. Möwen haben bereits begonnen, auf seinem Rücken zu picken. Die Polizei hat das Gebiet großräumig abgesperrt, damit der Wal zumindest in Ruhe sterben kann.

Was jetzt passieren soll

Die Frage bleibt: Wie kann man dem Tier helfen, oder sollte man überhaupt eingreifen? Während in Neuseeland gestrandete Wale teils mit Sprengladungen erlöst werden, spricht sich die Organisation Greenpeace dafür aus, Tiere in der Natur sterben zu lassen.

Auch bei "Timmy" steht diese Entscheidung im Raum.

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© APA

Früher wäre alles anders gewesen

Wie die "Bild" berichtet, hätte noch vor rund 200 Jahren eine solche Strandung ganz andere Reaktionen ausgelöst. Damals galt ein gestrandeter Wal als wertvoller Fund. Sein Öl wurde für Lampen und Maschinen genutzt, Knochen dienten als Baumaterial, sogar Kleidung wurde daraus gefertigt. Fischer und Bauern hätten das Tier zerlegt und verkauft. Wale galten sogar als Besitz des Königs.

Heute geht es nicht mehr um Profit, sondern um die Frage, wie viel Leid man einem Tier zumuten darf.

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