Die Inflationsrate in Deutschland ist im Dezember überraschend stark gefallen. Währenddessen steckt Österreich weiterhin bei 4,0 Prozent Inflation (Stand November 2025) fest.
Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag zu seiner ersten Schätzung mitteilte. Im Oktober und November lag die Teuerung bei jeweils 2,3 Prozent, nachdem sie im September mit 2,4 Prozent einen Jahreshöchststand markiert hatte. Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 2,1 Prozent vorhergesagt.
Im Gesamtjahr 2025 zogen die Kosten für die Lebenshaltung um durchschnittlich 2,2 Prozent an. In diesem Tempo sind die Verbraucherpreise bereits 2024 gestiegen. Für das neue Jahr prognostiziert das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) einen Rückgang auf 1,8 Prozent. Entlastet werden die Verbraucher etwa durch den Wegfall der Gasumlage und geringere Netzentgelte.
Für Energie mussten Verbraucher im Dezember 1,3 Prozent weniger bezahlen als ein Jahr zuvor (November: -0,1 Prozent). Dienstleistungen verteuerten sich erneut um 3,5 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 0,8 Prozent an, nach 1,2 Prozent im November. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, lag bei 2,4 Prozent (November: 2,7).
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt in der Währungsunion mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate lag im Dezember exakt bei 2,0 Prozent. Die EZB hat ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 achtmal auf aktuell zwei Prozent gesenkt, weil der Preisdruck insgesamt nachgelassen hat. Die meisten Experten gehen davon aus, dass sie ihren Leitzins in den kommenden Monaten nicht verändern wird.