NATO Afghanistan

Teuerster Bundeswehr-Einsatz

12 Milliarden Euro bei Afghanistan-Mission

Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan hat Deutschland in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten mehr als 12 Milliarden Euro gekostet. Damit gilt der Einsatz als der teuerste in der Geschichte der Bundeswehr.

Der Einsatz in Afghanistan kostete die deutsche Bundeswehr in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 12 Milliarden Euro. 

Gefährlichsten Jahre: 2010-2012

Am höchsten waren die Ausgaben in den Jahren 2010 bis 2012 mit jeweils mehr als einer Milliarde Euro. Diese drei Jahre waren die gefährlichste Zeit des Einsatzes, als zeitweise mehr als 5000 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert waren und sich Gefechte mit den aufständischen Taliban lieferten.

Nato-Abzug bis 1. Mai 

Die Nato hatte am Mittwoch entschieden, bis zum 1. Mai den Abzug aus Afghanistan einzuleiten. Zuvor hatten sich die USA als größter Truppensteller auf den 11. September als Abzugstermin festgelegt - den 20. Jahrestag der Terroranschläge des islamistischen Netzwerks Al-Kaida in den USA. Die Bundeswehr soll schon bis Mitte August abgezogen werden. Deutschland stellt mit 1100 Soldaten nach den USA das zweitgrößte Kontingent in der etwa 10 000 Soldaten starken Nato-Truppe.

"Politische und moralische Bankrotterklärung" 

Insgesamt wurden in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten fast 160 000 Soldaten für in der Regel vier bis sechs Monate nach Afghanistan geschickt, viele mehrmals. Die Linken-Politikerin Heike Hänsel kritisierte die hohen Einsatzkosten. Die Ausgaben seien "eine politische und moralische Bankrotterklärung", so Hänsel. I

Entwicklungshilfe 

Neben den Militärausgaben zahlt die Bundesregierung jedes Jahr auch mehrere hundert Millionen Euro für humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und Wiederaufbau in Afghanistan. Das Entwicklungsministerium bezifferte die seit 2001 geleistete Entwicklungshilfe am Samstag auf 3,5 Milliarden Euro. Damit wurden bisher 1440 Kilometer Straßen und 2390 Meter Brücken neu gebaut oder erneuert. 293 Schulen seien neu errichtet und 120 saniert worden. Zudem seien 51 Krankenhäuser gebaut und 34 erneuert worden.

Zivile Unterstützung wird fortgesetzt 

Die zivile Unterstützung soll auch nach dem Abzug der Bundeswehr nicht pausiert werden. Auf einer Geberkonferenz im November 2020 sagte Deutschland für nächstes Jahr bis zu 430 Millionen Euro zu.

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