Französische Bauern haben am Donnerstag aus Protest gegen das geplante EU-Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten die Zufahrtsstraßen nach Paris blockiert.
Mit Dutzenden Traktoren versperrten sie vor dem morgendlichen Berufsverkehr Autobahnen, die in die Hauptstadt führen. Dem Verkehrsminister zufolge verursachten sie Staus von 150 Kilometern Länge. Die Landwirte protestieren zudem gegen die Regierungspolitik im Umgang mit einer Rinderseuche.
Die Bauern überrannten Polizeikontrollen, um in die Stadt zu gelangen. Sie fuhren die Prachtstraße Champs-Élysées entlang und blockierten die Straße um das Wahrzeichen Arc de Triomphe herum. Mehrere Gewerkschaften hatten zu den Protesten aufgerufen. "Wir schwanken zwischen Groll und Verzweiflung. Wir haben das Gefühl, im Stich gelassen zu werden, und Mercosur ist ein Beispiel dafür", sagte Stephane Pelletier von der Gewerkschaft Coordination Rurale der Nachrichtenagentur Reuters. Die Polizei vermied Zusammenstöße mit den Demonstranten.
Druck auf Macron und seine Regierung steigt
Der Protest erhöht den Druck auf Präsident Emmanuel Macron und seine Regierung. Am Freitag wird eine Abstimmung der EU-Mitgliedstaaten über das Handelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur erwartet. Die Landwirte befürchten, dass das Abkommen die EU mit billigen Lebensmittelimporten überschwemmen wird. Frankreich ist seit langem ein entschiedener Gegner des Handelsabkommens. Die EU-Kommission hat jedoch Zugeständnisse vorgeschlagen, um unentschlossene Länder zu überzeugen. Länder wie Deutschland und Spanien unterstützen das Abkommen. Sollte auch Italien zustimmen, könnte die Vereinbarung ohne Frankreich verabschiedet werden. Zu Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sowie das kürzlich beigetretene Bolivien.