Justiz-Skandal

Deutscher Häftling zu Tode gequält

Der Tötung eines 20-jährigen Häftlings in der Haftanstalt Siegburg ist ein mehr als zwölf Stunden langes Martyrium vorausgegangen.

Der 20-jährige Häftling, der wegen eines Eigentumsdelikt im Gefängnis saß, war am Sonntagmorgen tot in seiner Zelle gefunden worden. Die Anstaltsleitung war zunächst von einem Selbstmord ausgegangen. Seine drei Zellengenossen hätten bereits zu Mittag vor der Tat den Entschluss gefasst, den 20-Jährigen zu Tode zu quälen und dies als Selbstmord zu tarnen, teilte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel mit. Er sprach von einer "absolut barbarischen Brutalität".

"Tief erschüttert"
In seinem Berufsleben gebe es wenige Dinge, die ihn noch erschütterten, sagte Apostel. "Aber diese maßlose Brutalität, die hat mich tief erschüttert."

Massive Verletzungen
Dagegen sagte Apostel, die Täter hätten den 20-Jährigen über Stunden mit Händen, Fäusten und Schlagwerkzeugen grausam misshandelt und mehrfach vergewaltigt. Dabei habe das Opfer massive Verletzungen erlitten. Unter anderem sei der 20-Jährige gezwungen worden, Wasser mit scharfem Pulver zu trinken und eine Tube Zahnpasta zu essen. Zudem habe er zwei Abschiedsbriefe schreiben müssen, die die Täter später vernichtet hätten.

Vier Tötungsversuche
Anschließend hätten die Täter insgesamt vier Tötungsversuche unternommen, die sich über einen Zeitraum bis zu zwei Stunden hingezogen hätten. Schließlich hätten sie ihren Mitgefangenen mit Bettlakenstreifen stranguliert und damit getötet.

Gefängnispersonal hat nichts bemerkt
Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, waren die Vorgänge in der Zelle vom Gefängnispersonal nicht bemerkt worden. Ein Versuch des Opfers, mittels eines Alarmknopfes auf sich aufmerksam zu machen, sei fehlgeschlagen.

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