Handgepäck

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EU: Einigung über Einschränkung von Flüssigkeiten

Nur noch 100 ml-Fläschchen sind erlaubt, strengere Kontrollen für Laptops, Mäntel und Jacken und eine verpflichtende Größenkontrollen für Handgepäck ab Frühjahr 2006.

Die EU-Flugsicherheitsexperten der 25 Mitgliedstaaten haben sich in Brüssel auf eine drastische Beschränkung von Flüssigkeiten im Handgepäck geeinigt. Ab etwa Anfang November dürfen auf Flügen nur noch einige 100-Milliliter-Fläschchen an Bord mitgenommen werden und sie müssen bei der Sicherheitskontrolle in einem durchsichtigen Plastiksackerl vorgezeigt werden. Verschärft werden auch die Kontrollen von Laptops, Mänteln und Jacken. Außerdem wird ab Mai nächsten Jahres die Größe des Handgepäcks schärfer kontrolliert.

Miniflaschen in Plastiksackerl
Die Beschränkungen für Flüssigkeiten gelten auch für Pasten, Gels und Cremen, womit auch Kosmetika oder Haargel weiter im Handgepäck bleiben dürfen. Wieviele 100ml-Liter Flacons und Dosen genau an Bord dürfen, spezifizieren die Experten nicht, sie müssen aber leicht in ein "wiederverschließbares transparentes Plastisackerl mit maximal 1 Liter Inhalt passen", heißt es. In einem solchen Sackerl müssen sie auch an der Sicherheitskontrolle vorgewiesen werden. Künftig müssen zudem bei den Sicherheitskontrollen Laptops aus den Taschen genommen und extra kontrolliert werden, wie dies auf einigen europäischen Flughäfen schon jetzt der Fall ist. Auch Mäntel und Jacken müssen künftig verpflichtend abgelegt und durchleuchtet werden. Für die strengere Größenbeschränkung für Handgepäck wurde heute eine Übergangsfrist von 6 Monaten beschlossen. Kabinen-Koffer dürfen damit ab etwa Mai 2006 nicht mehr größer als 56 x 45 x 25 cm sein. Ausnahmen soll es etwa für Musikinstrumente geben.

Duty-Free Einkäufe sind von der Regelung ausgeschlossen
Wein oder Schnäpse aus den Duty-free-Läden sollen unter bestimmten Bedingungen auch weiter an Bord erlaubt sein. Im Vorfeld war von versiegelten Taschen die Rede gewesen.Verkehrskommissar Jacques Barrot zeigte sich über die heutige Entscheidung erfreut. Diese stellten " die notwendige Balance zwischen einem strengen Zugang zum Thema Sicherheit, dem Komfort der Passagiere und den Bedürfnissen der Industrie her" , hieß es in einer Presseinformation der EU-Kommission.

Nach den verhinderten Terroranschlägen in London vom August, bei denen mehrere Transatlantik-Maschinen mit Flüssigsprengstoff zum Absturz gebracht werden sollten, war eine Verschärfung der EU-Regeln Handgepäck bis hin zu einem Totalverbot von Flüssigkeiten überlegt worden. Dafür hatte es unter den Experten der Mitgliedstaaten aber keine Mehrheit gegeben.



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