Mit leichter Verspätung und nach einer Panne begann Donald Trumps Auftritt vor dem World Economic Gipfel. Trump lobte seine Politik in höchsten Tönen, sprach aber dann auch über die Krisenherde Venezuela, Grönland und Ukraine.
Schon die Anreise des US-Präsidenten nach Davos verlief nicht ganz reibungslos: Wegen eines „elektrischen Fehlers“ an der Air Force One musste Trump nach der Rückkehr zur Andrews Air Base kurzfristig in eine kleinere Boeing 757 umsteigen. Dank Rückenwinds erreichte er die Schweiz dennoch nahezu planmäßig – und sorgte bereits vor seiner Rede für maximale Aufmerksamkeit.
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In Davos warteten rund 500 Medienvertreter auf den Präsidenten, die freien Plätze waren heiß umkämpft. Die Erwartungen waren hoch: Viele wollten wissen, ob Trump seine Drohungen in Richtung Europa weiter zuspitzt und ob er es mit der Annexion Grönlands tatsächlich ernst meint – ein Schritt, der massive Folgen für die NATO hätte. Während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Kanadas Premier Mark Carney den Status der Insel zuletzt als „nicht verhandelbar“ bezeichnet hatten, setzte NATO-Generalsekretär Mark Rutte im Vorfeld erneut auf beschwichtigende Töne.
Um 14.38 Uhr, acht Minuten später als angekündigt, trat Trump schließlich ans Rednerpult. Gleich zu Beginn versuchte er, die Stimmung mit einem Scherz zu lockern. Er freue sich, sagte der 79-Jährige, dass „nur wenige Feinde“ im Saal seien. Dann schwenkte er rasch auf sein Kernthema um: sich selbst.
Trump lobt USA in den Himmel
Trump zeichnete ein Bild einer amerikanischen Erfolgsgeschichte. Die Wirtschaft wachse, die Einkommen stiegen, die Migration werde gestoppt. Er sprach vom „größten Wirtschaftsaufschwung der Geschichte“ und erklärte, er habe die aus seiner Sicht „schlechte Entwicklung“ unter seinem Vorgänger Joe Biden beendet. Belege für diese Aussagen nannte der Präsident nicht.
Mit gewohnt markigen Worten fasste Trump seine Bilanz zusammen: „Wir sind das heißeste Land der Welt.“ Kritische Fragen oder konkrete Aussagen zu den internationalen Spannungen, die im Vorfeld für Nervosität gesorgt hatten, blieben zunächst aus. Stattdessen nutzte Trump die Bühne in Davos vor allem, um seine Politik zu feiern – und um einmal mehr klarzumachen, dass er auch auf internationalem Parkett keinen Zweifel an seiner eigenen Rolle lassen will.
"Ich liebe Europa
Er sei selbst überrascht von dem „wirtschaftlichen Wunder“.
Dann geht es doch zum Thema Europa. Er liebe Europa., aber es gehe in die falsche Richtung. Er kritisierte, dass Europa „die dreckigen Jobs loswerden wollte, und es mit Grüne-Abschaum-Pläne“ setzen wollte. Europa werde zerstört, und die politischen Führer erkennen das nicht.
Ein Jahr Veränderung unter ihm habe zum größten Wachstum seit über 100 Jahren geführt. Dann erzählt Trump, wie viele Beamte er gefeuert hat, zuerst hätten sie ihn gehasst, jetzt lieben sie ihn, weil sie bessere Jobs in der Privatwirtschaft gefunden hätten.
So sieht Trump die Venezuela-Situation
Jetzt Venezuela: 50 Millionen Fass Öl hätten sie von Venzuela bekommen, Venezuela verdiene jetzt mehr am Öl in sechs Monaten als in den letzten 20 Jahren.
Trump behauptet, dass der Ölpreis gesunken sei. 1.95 Dollar pro Gallone.
Der Präsident lobt jetzt seine Nuklear-Industrie, die USA hätten China bei der Stromproduktion überholt. Atom-Industrie sei seine Idee gewesen.
Klimawandel sei der größte Schwindel der Geschichte, wer diesen Abschaum-Plänen folge, zerstöre sein Land.
"China sehr schlau"
Trump holt wieder einmal aus: Je mehr Windmühlen ein Land hat, desto mehr verliere es an Geld. China habe ja auch selbst keine Windkraft-Parks, die verkaufen sie nur an dumme Leute. Die Windräder töten nur Vögel. China ist sehr schlau.
Grönland: "Nur wir können diese Insel beschützen"
„Soll ich ein paar Dinge zu Grönland sagen?“, fragte Trump. Er habe enormen Respekt vor Grönland und Dänemark, betonte der US-Präsident. Gleichzeitig erklärte er, jedes Land müsse in der Lage sein, sein Territorium zu verteidigen – und das könnten Grönland und Dänemark seiner Ansicht nach nicht.
Die Vereinigten Staaten seien heute mächtiger denn je. Dänemark sei im Zweiten Weltkrieg erobert worden und habe „nicht einmal sechs Stunden“ Widerstand geleistet. „Dann kamen die USA, wir haben für Dänemark gekämpft“, sagte Trump.
Nach dem Krieg hätten die Vereinigten Staaten Deutschland und Japan wieder aufgebaut. Auch Grönland habe man damals zurückgegeben – „wie dumm wir waren“, so Trump wörtlich.
Die Welt sei heute unsicherer denn je. Es gebe gefährliche Raketen, „die es früher nicht gab“, entwickelt von Russland und China. Grönland bezeichnete Trump als „unterentwickelte Eiswüste“.
„Es gehört zu unserer Hemisphäre“, sagte der US-Präsident.
Attacke gegen die NATO
Dänemark habe erklärt, Grönland selbst verteidigen zu können, sagte Trump. „Aber in Wahrheit sind es die USA allein, die Grönland schützen“, so der Präsident.
Es müsse sofort Verhandlungen über eine Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten geben. Dabei handle es sich nicht um eine Drohung gegenüber der NATO.
„Wir haben der NATO sehr viel gegeben, aber im Gegenzug nur sehr wenig bekommen“, erklärte Trump.
Trump über Ukraine
Der Ukraine-Krieg hätte nie begonnen, wenn die Wahl 2020 nicht gestohlen worden wäre“, wiederholte Trump erneut die unbelegte Behauptung, er habe die Präsidentschaftswahl gewonnen.
Anschließend schweifte der US-Präsident ab. Die Grenzen der Vereinigten Staaten seien außer Kontrolle gewesen, erklärte er, er habe dieses Problem jedoch vollständig gelöst.
Zudem sagte Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin habe ihn angerufen. Er selbst habe den Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien beendet.
Nächste Drohung
Die USA hätten 90 Prozent der Verteidigungsausgaben getragen, sagte Trump, das sei unfair gewesen. Er habe diesem Zustand ein Ende gesetzt, nun würden die anderen Nato-Staaten mehr bezahlen.
Dann wandte sich Trump direkt an Nato-Generalsekretär Mark Rutte: „Mark, bist du da?“
Anschließend kehrte er zu Grönland zurück. Die USA hätten die Insel nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgegeben, erklärte Trump, heute seien die Vereinigten Staaten jedoch deutlich mächtiger als damals. Man verfüge über die stärksten Kriegsschiffe der Welt – „hundertmal mächtiger als die alten Schiffe“.
USA hat "nichts von" der NATO
Von der Nato habe er nichts erhalten, aber „100 Prozent bezahlt“, so Trump.
„Wir wollen Grönland, weil nur wir es verteidigen können“, sagte der US-Präsident weiter. Dafür müsse die Insel in amerikanisches Eigentum übergehen.
Auch Kanada würde von den USA verteidigt, erklärte Trump. Das Land existiere überhaupt nur wegen der Vereinigten Staaten.