Hauptstadt mit Schattenseiten: Menschen leben in Internetcafes

Unglaublich

Hilfszentrum für in Internetcafes lebende Japaner

Tokio hat ein Hilfszentrum für junge Menschen eingerichtet, die aus Geldmangel in den 24 Stunden am Tag geöffneten Internetcafes der japanischen Hauptstadt leben.

Die Anlaufstelle soll obdachlosen Japanern kleine Darlehen für ihre Lebenshaltungskosten und Mieten gewähren, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte.

Auch solle das Hilfszentrum praktische Tipps zur Jobsuche, zum Sparen und zum Leben in einer Mietwohnung geben. Bisher seien bereits zahlreiche Anfragen von Hilfsbedürftigen eingegangen, erklärte der für Sozialhilfe zuständige Regierungsvertreter Isao Matsumoto. Ähnliche Zentren sollen in der Hafenstadt Osaka und in der Präfektur Aichi entstehen.

Geschätzte 5.400 Menschen betroffen
Japans Gesundheitsministerium schätzt, dass rund 5.400 Japaner derzeit obdachlos sind und sich deshalb für ein Leben in den allgegenwärtigen Internet- und Zeitschriftencafes entschieden haben, die ihren Kunden neben Computern und Lesestoff auch Liegen, Getränke und Duschen anbieten. Meist handelt es sich dabei um Menschen mit einem geringen Verdienst und befristeten Arbeitsstellen. Kritiker bemängeln, dass sich in Japan nach der Rezession von 1990 in den Städten eine neue Klasse von Armen entstanden ist.

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